Hymnen an die Liebeskrankheit

Einer der besten Cantautores, Lucio Dalla, geht wieder auf Tour

Wenn die Franzosen in ihren Chansons einer unheilbaren Melancholie Ausdruck verleihen, so müsste man den Italienern wohl eine gesteigerte Liebeskrankheit bescheinigen. Lucio Battisti, Adriano Celentano oder Umberto Tozzi und natürlich Lucio Dalla sind Experten des angeknacksten Gefühls. Dalla steht für diverse Klassiker der hohen Liedermacher-Schule Italiens. Der freundliche Songschreiber mit der Nickelbrille und der Wollmütze auf dem Kopf verstand seine Kunst als Cantautore immer auch als explizit kritisch-poetisch.

Mit seinen in über 40 Jahren herausgebrachten 30 Alben zählt er zu den erfolgreichsten Exporten Italiens. 1943 in Bologna geboren, nahm Dalla schon als Kind das Akkordeon in die Hand, sattelte später auf Jazz-Klarinette um und begann nach einer Zeit in einer Dixieland-Band, eigene Songs zu schreiben. Wenn er am 17. März auf seiner Tournee Station in der Laeiszhalle macht, hat er jede Menge Klassiker im Gepäck.

Vielleicht wird er das hymnische "La Signora" anstimmen oder den über acht Millionen Mal verkauften Schlager "Caruso", eine Ode auf den legendären Operntenor Enrico Caruso. Dalla ist unter den Liebeskranken manchmal auch eine echte Stimmungsgranate. Sein 1990 erschienenes, eher Pop-orientiertes Werk "Cambio" mit dem rhythmischen Hit "Attenti Al Lupo" war auch in Deutschland enorm erfolgreich. Da macht Wiederhören Freude.

Lucio Dalla 17.3., 20.00, Laeiszhalle, Karten unter T. 30 30 98 98 oder unter T. 413 22 60

( (asti) )