Fürstliche Lustbarkeiten

Ein Studienprojekt bringt Auszüge aus drei Barockopern

Neugierde und Entdeckerlust sind ein besonderes Privileg der Jugend. So zählt es zu den speziellen Vorzügen der Opernabende des Studienganges Musiktheaterregie, dass Studenten und Absolventen sich neben den Klassikern immer wieder auch an reizvolle Repertoire-Raritäten wagen können. Neben den großen Abschlussproduktionen in der Reihe "junges forum Musik + Theater" erhalten die Regisseure des Studiengangs nämlich schon vorab in verschiedenen Studienprojekten die Möglichkeit, ihre Arbeit einem interessierten und begeisterten Publikum zu präsentieren.

Für die anstehende Tripelpremiere im Forum der Hochschule für Musik und Theater etwa hat Stephan Krautwald die einaktige Opernserenade "Le Cinesi" von Christoph Willibald Gluck ausgewählt. In dieser musikalischen Chinoiserie, die Gluck 1754 für eine fürstliche Lustbarkeit schrieb, verirrt sich ein jugendlicher Liebhaber ins Kabinett dreier Damen - in eine von ihnen ist er natürlich verknallt. Bis zum Abend vertreibt man sich dort die Zeit mit Theaterspiel und einem Disput über die Vorzüge der unterschiedlichen Theatergenres: Tragödie, Komödie oder Pastorale. Zum Schluss einigt man sich aufs Ballett und einen gemeinsamen Tanz; für jeden Geschmack etwas.

Eher tragische Töne werden bei den anderen beiden Programmpunkten dieses Barockabends angeschlagen: Benjamin van Bebber inszeniert Henry Purcells Drama um Liebe und Verlust "Dido and Aeneas". Friederike Blum widmet sich demselben Thema in ihrer Szenen-Auswahl aus Glucks "Orpheus und Euyridice".

Barockprojekt 28.3. (Premiere), 4. und 14.4., jeweils 19.30, Forum der Musikhochschule. Karten unter T. 44 02 98 oder 45 33 26

( (ist) )