Gelebtes Brauchtum bei den Schützen

Das Harburger Vogelschießen verbindet wie in jedem Jahr Tradition und Moderne. Viele Bestandteile des mehrtägigen Festprogramms entspringen traditionellen Überlieferungen.

Guter Brauch ist das Spargelessen am Donnerstag. Traditionell darf aus diesem Anlass der Harburger Bezirksamtsleiter einen Wunsch an Hamburgs Ersten Bürgermeister richten, der sich um Harburgs Wohl dreht. Nach dem Spargelessen beginnt der Rundgang zu den Denkmälern.

An der Friedenseiche, am Grumbrecht-Denkmal und am Bissing-Denkmal werden Reden gehalten. Die Friedenseiche steht hier ebenso für Harburgs Geschichte und Zukunft wie die Denkmäler der für Harburg bedeutenden Persönlichkeiten Friedrich Wilhelm August Grumbrecht und Major von Bissing.

Ersterer lenkte als Oberbürgermeister die Geschicke Harburgs von 1855 bis 1883, er gab wesentliche Anstöße für den damals stark wachsenden Industriestandort. Um Harburg verdient gemacht hat sich auch Major von Bissing, der um 1850 stellvertretender Garnisons-Kommandeur in Harburg war. Er ließ seine Soldaten den Nordhang des Schwarzenbergs als parkartige Anlage herrichten. Da hierfür aber die Zustimmung seiner Vorgesetzten fehlte, wurde von Bissing zum "Dank" strafversetzt.

Traditionell sind auch die "Strumpftour" über den Schwarzenberg, die am Sonnabend um 12 Uhr beginnt, und das Heringsessen. Auch das Damenkränzchen bei der Gattin des Gildekönigs und das Königsessen, jeweils am Freitag vor Beginn des Vogelschießens, sind bereits lieb gewonnene Ereignisse.