Wie süß zieht doch die Wehmut

Sopranistin, Strauss-Spezialistin und Superstar: Renée Fleming kommt nach Hamburg

Zum Schwelgen und die Zeit vergessen", urteilte ein Fachmagazin über ihre jüngste Strauss-Aufnahme, und selbst der gestrenge Stimmenkritikerpapst Jürgen Kesting schwärmte nach einer Opernaufführung Ende Januar vom "süßen Zauber" ihrer Darbietung. Keine Frage, Renee Fleming zählt zu den überragenden Sängerinnen unserer Tage und nicht zuletzt zu den herausragenden Strauss-Interpreten: Wie kaum eine andere Sopranistin vermag sie die dichten, üppig geschwungenen Bögen seiner Musik mit sämigem Legato auszukosten - denn sie verfügt über einen schier endlos weit strömenden Atem, der keine Grenzen zu kennen scheint.

Ihre besondere Liebe zur Musik von Richard Strauss demonstriert die amerikanische Starsängerin, die in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag begeht, auch beim Auftritt in Hamburg. Im Rahmen der "Nordic Concerts" - eine Kooperation nordeuropäischer Konzerthäuser - kommt sie Anfang Mai in die Laeiszhalle und beschert den Hörern dort einen ganz besonderen Genuss: Mit der Schlussszene aus "Capriccio" verwandelt Fleming die Laeiszhalle wenigstens musikalisch für kurze Zeit in eine Opernbühne.

Begleitet wird die weltweit gefeierte Sängerin vom Orchestre de Paris unter Christoph Eschenbach, und als Kontrastprogramm zu den strauss'schen Schwelgereien dirigiert Eschenbach die monumentale Neunte Sinfonie von Bruckner.


Nordic Concerts Orchestre de Paris, Renee Fleming, Sopran, Christoph Eschenbach, Leitung. 9.5., 20 Uhr, Laeiszhalle. Karten von 14,- bis 55,- unter T. 35 76 66 66. E-Mail: tickets@laeiszhalle.de