Das Comeback der "art maritim"

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Bilder von Hans Peter Jürgens eröffnen regelmäßige Schauen zur Marinemalerei auf Deck 8

Die Marinemalerei hat eine doppelte Bedeutung. Zum einen ist sie ein künstlerisches Genre, das unter kunsthistorischen und ästhetischen Gesichtspunkten bewertet wird. Andererseits dokumentieren maritime Bildwerke immer zugleich Schifffahrtsgeschichte: das alltägliche Leben auf See, historische Ereignisse wie die Fahrten der großen Entdecker oder große Seeschlachten. Hierbei fließen in aller Regel der Standpunkt und die politische Bewertung des jeweiligen Auftraggebers in die Darstellungsweise mit ein.

Das Internationale Maritime Museum besitzt eine große Sammlung maritimer Kunst. Es beherbergt mehr als 3000 Gemälde und Grafiken - Seestücke sowie Schiffs- und Hafenmotive - vom frühen 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Ein enormer Schatz, der allerdings nur in einer beschränkten Auswahl in der ständigen Ausstellung der Gemäldegalerie auf Deck 8 gezeigt werden kann.

21 Mal wurde die beliebte Ausstellungsserie im Rahmen der "hanseboot" präsentiert, organisiert vom Wissenschaftlichen Institut für Schifffahrts- und Marinegeschichte, der "alten Heimat" der Sammlung Peter Tamm. Es galt als sehr erfolgreiches Ausstellungsformat, das nicht nur von Kunsthistorikern und Experten für maritime Kunst, sondern von vielen interessierten Laien sehr geschätzt wurde.

Nach dreijähriger Pause feiert die "art maritim" nun ein Comeback - und zwar im Internationalen Maritimen Museum im Kaispeicher B. Künftig wird es unter diesem Label auf Deck 8 regelmäßig monografische Werkschauen von Marinemalern aus unterschiedlichen Malschulen und Epochen geben.

"Vorrangiges Ziel der neuen 'art maritim'-Reihe ist es, besondere Schätze aus dem Depot- und Magazinbereich für einen begrenzten Zeitraum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen", sagt Peter Tamm. Das Themenspektrum der Ausstellungen wird monografische Werkschauen von Marinemalern umfassen, die Präsentation von Malschulen, Epochen und Bildgattungen sowie von Reedereiplakaten oder an Bord hergestelltem Kunsthandwerk. Zum Auftakt ist ab Anfang Juli eine Ausstellung mit Werken des Cap Horniers, Kapitäns und Lotsen Hans Peter Jürgens zu sehen. Er gehört zu den bekanntesten lebenden Marinemalern Deutschlands.

Jürgens' Werk ist enorm vielschichtig, er thematisiert eigene Erfahrungen, die er auf See gewonnen hat, und verbindet sie mit der detaillierten Darstellung von Schiffen. Die Ausstellung zeigt aber auch, wie Jürgens seine Maltechnik im Lauf der Jahrzehnte immer weiter vervollkommnet und verfeinert hat. Jürgens wurde 1924 als Sohn des Kapitäns Hans Jürgens geboren, der unter anderem für die Laeisz-Reederei auf dem Vollschiff "Posen" gefahren war. Jürgens begann als Schiffsjunge, absolvierte die Seefahrtsschule und erwarb das Kapitänspatent. Bereits während seiner Jahre auf großer Fahrt und später als Hafen- und Kanallotse drückte er seine maritimen Eindrücke mit Vorliebe malerisch aus.

In der ersten Ausstellung der neuen "art maritim"-Reihe sind etwa 40 Bilder zu sehen, die in Form einer Retrospektive die künstlerische Entwicklung des renommierten Marinemalers aufzeigen. Ein Katalog im bewährten Format der "art maritim"-Publikationen enthält zahlreiche Abbildungen und Informationen zu Hans Peter Jürgens und seinem Werk.

art maritim - Werke von Hans Peter Jürgens. Anfang Juli bis Anfang September, Internationales Maritimes Museum Hamburg, Kaispeicher B, Koreastraße 1, Di/Mi, Fr-So 10-18, Do bis 20 Uhr