Warum ein Schiff schwimmt

Bei einer Forscherreise entdecken Kinder die Geheimnisse des Wassers

Einfache Dinge können Großes bedeuten. Ein Eimer voll kostbarem Nass symbolisiert das Salzwasser aller Meere auf der Erde. Greta (9), Vincent (7), Jeanne (9) und Maurice (5) halten je einen Esslöffel in der Hand. "So wenig Wasser ist im Vergleich in unseren Flüssen und Seen vorhanden", erklärt Museumspädagoge Jörg-Ulrich Gerhard. Es ist ein Sonntag, später Vormittag. Beginn der ersten Forscher-Tour für Kinder begleitend zur Ausstellung "Wasserwelten. Eine Forschungsreise" im Kinderolymp unterm Dach des Altonaer Museums.

Per Mausklick erfahren die Kinder in einer Computersimulation, wie viel Wasser für die Produktion einer Banane aufgewendet werden muss. Es sind 172 Liter. Und für ein Rindersteak? Stolze 3400 Liter. Zu Beginn erntet Gerhard staunende und eher abwartende Blicke. Das soll sich ändern. "Zum Aufwärmen führen wir jetzt einige Experimente durch", sagt er. Die Kinder und Eltern folgen ihm neugierig ins Labor. Hier füllen sie Wasser in Eimer, stellen einen leeren Eimer auf einen Stuhl darunter, während Gerhard Plastikschläuche zerschneidet. "Wie können wir das Wasser in den leeren Eimer überführen?", fragt der Pädagoge und macht es vor. Schlauch hinein, mit dem Mund ein wenig Wasser ansaugen und schon ergießt es sich in das zweite Behältnis. "Das funktioniert ja wie ein Strohhalm", sagt die aufgeweckte Jeanne. Schnell hat sie raus, wie es geht. Nächste Frage: "Warum können Insekten wie der Wasserläufer auf der Oberfläche stehen ohne einzusinken?" Die vier Kinder versuchen, eine Büroklammer auf Filterpapier im Wasser zu platzieren. Es verlangt Geschicklichkeit. "Das ist ja schon wie am Kap Horn", sagt Gerhard angesichts der sich stapelnden Schiffskadaver auf dem Grund.

Anhand eines übervollen Glases demonstriert er das Prinzip der Oberflächenspannung. In einem Gefäß schwimmen Pfefferkörner oben, kommt ein Tropfen Spülmittel hinzu, ist die Spannung, schwupps, zerrissen. Der Pfeffer sinkt zu Boden. Die Kinder kneten Figuren, die schwimmen sollen. Greta hat es verstanden und formt ein Gefährt, das einem Boot ähnelt. Und tatsächlich, es schwimmt oben. "Weil es innen hohl ist", entdeckt sie stolz.

Nun sind die Kinder voll dabei. Der Ehrgeiz, noch mehr über das Element Wasser zu erfahren, ist geweckt. Jörg-Ulrich Gerhard führt sie an ausgewählte Stationen in der Ausstellung, zeigt ihnen, wie die Wassermassen auf dem Erdball verteilt sind. "Kommt, Ihr Lieben, wir gehen auf eine Expedition zum Südpol!" Mit großen Augen starren die Kinder auf das Familienleben der Pinguine. Faszinierende Bilder flackern da über die Bildschirme. Die von der Deutschen Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen in Berlin konzipierte Ausstellung will auch den Umgang mit modernen Medien lehren. Und so begegnen die Kinder einem niedlichen Zeichentrickeisbären und in einem Dokumentarfilm dem gleichen Tier als Raubtier auf Beutejagd.

Der Eisbär ernährt sich aber nicht nur von Robben, sondern auch von tierischem Plankton, das zuvor pflanzliches Plankton in sich aufgenommen hat. Unterm Mikroskop können die Kinder seine sonnenartige Form mit eigenen Augen erkunden. Zum guten Schluss gibt's noch einen Unterwasserfilm in 3-D-Optik. Eine Spezialbrille ermöglicht eine tiefenräumliche Betrachtung der wunderbaren Meereswelt. Anschließend erkunden die Kinder die Ausstellung noch auf eigene Faust. "Den Film fand ich am besten", sagt Greta, "aber eigentlich fand ich alles toll."

Kinderolymp präsentiert: Wasserwelten. Eine Forschungsreise bis 25.4.2011, Altonaer Museum, Museumstraße 23, Di-So 10-17 Uhr

Entdecker-Tour für Meeresforscher. Leben im Meer zwischen Südpol und Nordpol jeweils Sa 15-16 Uhr

Entdecker-Tour für Tierfilmer. Kameraleuten auf der Spur jeweils Sa 16-17 Uhr

Forscher-Tour. Erkundung der Ausstellung mit eigenen Experimenten jeweils So 11.30-13 Uhr, Informationen unter T. 428 13 10