Umstrukturierung:

Balda verkauft Handygehäuse-Produktion in Europa

Gleichzeitig steigt Ex-Premiere-Chef Georg Kofler bei dem Hersteller ein, der sich nicht zuletzt als Zulieferer des Displays für Apples iPhone einen Namen gemacht hat.

Bad Oeynhausen/München. Der Handy-Ausrüster Balda verkauft seine Produktion von Mobiltelefon-Gehäusen in Europa. Die Sparte mit rund 800 Mitarbeitern gehe zum Jahresende an KS Plastic Solutions, teilte Balda am Mittwoch mit. Details zum Kaufpreis wurden nicht bekannt. Künftig setzt die Balda AG auf das Geschäft mit berührungsempfindlichen Bildschirmen sowie die Gehäuseproduktion in Asien. Balda gilt als Zulieferer des Apple-Handys "iPhone". Zugleich teilte der frühere Premiere-Chef Georg Kofler mit, bei Balda eingestiegen zu sein. Nach einer Kapitalerhöhung bei Balda belaufe sich Koflers Anteil auf etwa 5,5 Prozent, hieß es. Der Wert des Aktienpaketes wurde auf rund 30 Millionen Euro beziffert.

Der Verkauf der europäischen Gehäuse-Produktion umfasse die Balda Solutions Deutschland GmbH und die Balda Werkzeugbau GmbH in Bad Oeynhausen sowie die Balda Solutions Hungaria Kft. im ungarischen Veszprem. Zur Zukunft der Beschäftigten konnte Unternehmenssprecher Clas Röhl nichts sagen. "Das liegt in Händen des Erwerbers." Insgesamt hat Balda mehr als 7500 Mitarbeiter.

Bereits im September hatte Balda angekündigt, die Produktion von Handygehäusen in Europa bis zum Jahresende aufgeben zu wollen. Einschließlich der nicht fortgeführten Geschäfte der Sparte fiel in den ersten drei Quartalen 2007 ein Nachsteuerverlust von 26,1 Millionen Euro an. In den fortgeführten Geschäften - Touchscreens und Handyzubehörgeschäft in Asien - stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten um 61,3 Prozent auf 172,3 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) stieg auf 9,8 Millionen Euro

Kofler ist über seine luxemburgische Beteiligungsgesellschaft Fernseh-Holding S.a.r.L. mit drei Millionen Aktien bei Balda eingestiegen.

( dpa )