Auto

Ärger um den falschen Mietwagen

Was Kunden tun können, wenn das gebuchte Auto vor Ort nicht mehr verfügbar ist

Gleich ist es geschafft. Die Koffer nach der Landung vom Gepäckband gefischt und ab zum Mietwagenstand. Schließlich hat man das ersehnte Cabrio schon daheim übers Preisvergleichsportal gebucht. Doch die Dame am Schalter sagt: „Kein Cabrio da“ – und sorgt für Ernüchterung. Und dann ist der angebotene Ersatzwagen auch noch viel zu klein fürs Gepäck. Was ist nun zu tun?

„In einem solchen Fall würde ich das Ersatzauto zurückweisen, woanders ein Auto mieten und die Mehrkosten als Schadenersatz geltend machen“, sagt Verkehrsrechtsanwalt Christian Janeczek. „Denn wenn Sie ein Cabrio buchen und der Vermieter keines anbieten kann, müssen Sie das Ersatzfahrzeug nicht nehmen oder bezahlen.“

Maßgeblich ist die Buchungsbestätigung. Meist findet sich dort eine vierstellige Buchstabenfolge, der sogenannte ACRISS-Code. Auf den haben sich viele große Autovermieter geeinigt. Er ordnet jedes Fahrzeug anhand von Merkmalen wie etwa Kategorie, Typ, Getriebe oder Treibstoff und Klimaanlage einer bestimmten Fahrzeuggruppe zu.

„CLMR“ zum Beispiel steht für eine Limousine der Kompaktklasse mit manuellem Getriebe und Klimaanlage. Codes und Autobeispiele finden sich auf den Vermieterseiten oder auch online bei den Autoclubs. Wer bucht, bestellt daher in der Regel kein bestimmtes Modell eines Herstellers, sondern nur eine Fahrzeuggruppe, in der die Autos aber untereinander vergleichbar sind.„Daher könnte es sein, dass der Kunde statt eines Opel Astra den VW Beetle bekommt – beides jedoch als Cabrio“, sagt Julia Leopold vom Vergleichsportal Check24.

Nachträgliche einseitige Änderungen – etwa handschriftliche Vermerke auf der Buchungsbestätigung durch Vermieterpersonal vor Ort – sind nicht bindend, erklärt Anwalt Janeczek. Auch bei der Buchung über ein Online-Portal wird der Vertrag immer direkt mit dem Vermieter vor Ort geschlossen, das ist der jeweilige Vertragspartner. „Reklamationen müssen deswegen in der Regel auch direkt beim Vermieter platziert werden“, sagt Marion-Maxi Hartung von der ADAC-Autovermietung.

Wer zur Konkurrenz gehen möchte, um doch noch ein Modell der gebuchten Fahrzeuggruppe zu bekommen und beim ursprünglichen Vermieter später die Preisdifferenz geltend machen möchte, dem rät Janeczek, sich alles schriftlich geben zu lassen. Weigert sich der Vermieter, sollte man umstehende Reisende als Zeugen gewinnen, dazu Vertragsunterlagen mit dem Handy fotografieren. Kommt es vor Ort zu Unklarheiten, rät Julia Leopold von Check24, zudem den Kundenservice des Vermieters anzurufen, der die Kommunikation als Dolmetscher in Landessprache übernehmen könne.