Auto

Die schnelle Schwester

Mit der Version Veloce präsentiert Alfa Romeo einen besonders athletischen Ableger der Giulia-Familie

Schon der Name ist klangvoll. „Giulia Veloce“, eine Liebeserklärung an die schnelle Julia. Und schnell ist er wirklich, der sportlichste und gerade noch bezahlbare Spross der neuen Alfa-Familie, die zum ernsthaften Rivalen des deutschen Dreigestirns von BMW, Mercedes und Audi aufsteigen will. Natürlich gibt es da noch den Alfa Giulia mit Beinamen Quadrifoglio Verde. Der kostet gut 72.000 Euro und ist mit seinen 375 kW/510 PS ein Extremsportler. Die Veloce dagegen ist ab knapp 47.000 Euro zu haben, hat ­ebenfalls Allradantrieb und ist mit 154 kW/210 PS auch nicht von schlechten Eltern.

Die Veloce macht die Giulia-Baureihe komplett, die bereits mit Schönheitspreisen überhäuft wurde. Gut 10.000 wurden schon verkauft, auch in Deutschland setzte sich der Viertürer an die Spitze des Alfa-Absatzes. „Gerade für das Heimatland sportlicher Mittelklasse­limousinen ist unsere Giulia Veloce besonders wichtig“, erklärt Curci und hebt besonders die Dieselversion hervor. „In Kombination mit dem serienmäßigen Allradantrieb bietet der neue Diesel eine Mischung aus Dynamik und Sicherheit, ohne dabei den Komfort zu vernachlässigen.“

Der Allradantrieb sorgt für die richtige Kraftverteilung

Die Einschätzung des smarten Alfa-Chefs stimmt. Das 2,2-Liter-Triebwerk hat mit dem 1,6-Tonner keine Mühe, solange man die Drehzahl nicht zu tief in den Keller fallen lässt. Beim Spurt auf Tempo 100 gönnt sich der Selbstzünder eine zwar kurze, aber doch spürbare Denkpause, bevor er die 210 Pferde zum Galopp inspiriert. Mit 6,8 Sekunden auf 100 km/h ist der Diesel-Alfa dennoch recht gut dabei, auch wenn er der anderen Veloce (2-Liter-Benziner, 206 kW/280 PS) deutlich den Vortritt lassen muss. Bei der möglichen Spitze liegen beide dagegen nah beieinander (235 km/h bzw. 240 km/h).

Der serienmäßige Allradantrieb sorgt rechnergesteuert ohne Zutun des Fahrers immer für die richtige Kraftverteilung. Außer im erwähnten teuren Spitzenmodell kommt der Q4 genannte Antrieb derzeit nur der Veloce zu Gute. Normalerweise wird der recht leichte Viertürer von den Hinterrädern geschoben. Verlieren diese oder auch ihre Frontkollegen die nötige Haftung, wandert bis zur Hälfte der Kraft gen Bug. Je nach Straßenoberfläche oder Kurvengeschwindigkeit funktioniert das in Bruchteilen von Sekunden.

Dabei muss die Giulia auf manches verzichten, was die Rivalen bieten. Aktives Spurhalten oder automatisches Weglenken, wenn im toten Winkel ein Auto zu nahekommt, hat Alfa noch nicht. Ähnliches gilt für die Lichtquelle in den schmalen Scheinwerfer-Gehäusen. Sind andere längst von LED-Power erleuchtet, strahlt die Veloce mit Bi-Xenon. Chef Curci wiegelt ab: „Der Unterschied von LED zu unserer neuen Xenon-Technik ist nur gering. Warum also das Auto teurer machen als nötig“. Zwar ist die Veloce recht komplett ausgestattet, doch Luxus- oder Sportpakete werden manche Kunden schwach werden lassen. So wird der Grundpreis von 46.800 Euro so schnell die 50.000-Euro-Marke hinter sich lassen.