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Auch ein Auto mit Allrad braucht Winterreifen

Einige Hersteller bieten spezielle Pneus für SUV. Damit bleiben die Fahreigenschaften erhalten

Allradantrieb ist kein Ersatz für Winterreifen. Das betont Hans-Georg Marmit, Kraftfahrzeugexperte der Sachverständigenorganisation KÜS. Zwar bieten vier angetriebene Räder auf glatter Fahrbahn mehr Traktion als zwei – aber auch sie geraten bei Schnee an ihre Grenzen. Wichtiger ist, dass beim Bremsen der Allradvorteil überhaupt nichts zählt. Egal, ob Allrad-, Front- und Heckantrieb – alle Fahrzeuge bremsen immer vier Räder ab.

Muss man mit Sommerreifen auf Schnee oder Glätte bremsen, kommt man viel später zum Stehen als mit Winterreifen. Auch wer bei seinem SUV oder Geländewagen besonders grobstollige Reifen mit M+S-Kennzeichnung montiert hat und damit der gesetzlichen Winterreifenpflicht genügt, wähnt sich eventuell fälschlich in Sicherheit. Zwar stehen die beiden Buchstaben für „Matsch und Schnee“ und sollen bessere Fahreigenschaften gewährleisten, als es ein Normreifen auf diesen Bodenverhältnissen erreicht. Allerdings unterliegt dies keiner unabhängigen Kontrolle. Reine M+S-Reifen sind deswegen häufig auf glatter Straßedeutlich schwächer als solche, die zusätzlich ein Schneeflockensymbol aufweisen.Reifen mit Schneeflockensymbol müssen strengeren Kriterien auf Schnee und Eis entsprechen und dürfen auch nur dann diese Kennzeichnung aufweisen. Damit gewährleisten die Reifen mit Schneeflockensymbol eine tatsächliche Wintereigenschaft.

Die großen Reifenhersteller haben spezielle SUV-Winterreifen im Angebot – häufig in den gleichen Dimensionen wie von Sommerreifen bekannt. Die Pneus der etablierten Hersteller sind zwar relativ teuer, dafür bleiben das Fahrverhalten und die Optik nach dem Reifenwechsel weitestgehend erhalten im Gegensatz zu einer komplett anderen Rad- /Reifen-Kombination. Auf schicke Felgen muss heute also niemand mehr verzichten: Viele Leichtmetallräder halten mittlerweile auch Streusalz und Schmelzwasser aus.