Der Lancia Voyager 2.8 MultiJet im Abendblatt-Praxistest

Ganz und gar kein Italiener - und mit Sitzkonzept, das überzeugt

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Der Lancia Voyager 2.8 MultiJet im Abendblatt-Praxistest

Lancia und Voyager, die beiden Namen wollen einem noch immer nicht so leicht über die Lippen kommen. Die italienische Marke, die man mit eleganten Linien sowie zahlreichen Rallyesiegen verbindet, und die Modellbezeichnung für den auch in Europa bekannten Chrysler Voyager - das scheint ein Widerspruch zu sein. Doch der italienische Anteil am Voyager ist äußerst gering. Dass es sich bei diesem wuchtigen, 5,22 Meter langen und knapp zwei Meter breiten Van um einen Lancia handelt, kann man lediglich am Emblem im Kühlergrill und der Lancia-Uhr im Cockpit erkennen. Den amerikanischen Größenverhältnissen wird der Voyager auch im Inneren gerecht. Auch hier ist alles riesig. 934 Liter fasst der Kofferraum bei voller Bestuhlung mit sieben Sitzplätzen. Bleiben nur Fahrer- und Beifahrersitz stehen, passen 3912 Liter in den Wagen.

Amerikanische Autos sind nicht für ihre Verarbeitungsqualität im Innenraum bekannt. Da macht auch der Italo-Amerikaner keine Ausnahme. Dafür punktet der Lancia Voyager mit einem überzeugenden Sitzkonzept. Praktischerweise muss man beim Lancia keine der beiden hinteren Sitzreihen ausbauen. Man benötigt nur wenige Handgriffe, und schon verschwinden die Sitze im Fahrzeugboden und hinterlassen einen ebenen Laderaum. Bleiben die Sitze stehen, kann man die Mulden als Staufächer nutzen. "Stow 'n' Go" nennt sich das serienmäßige System.

Der 2,8-Liter-Diesel (Normverbrauch 7,9 l/100 km) mit 163 PS jault beim Gasgeben laut auf und bringt das 2,2 Tonnen schwere Fahrzeug etwas zäh auf das gewünschte Tempo. Die Verbrauchsanzeige gibt da schon schneller Rückmeldung. Der Voyager schluckt mehr als zehn Liter im Stadtverkehr. Die Sechsstufen-Automatik scheint sich bereits nach der gleichmäßigen Beschleunigung und den konstanten Geschwindigkeiten außerhalb der Hauptstadt zu sehnen. Den Trend zum Downsizing hat der Voyager bislang ebenso verpasst wie den europäischen Hang zu Spritspartechniken wie etwa einer Start-Stopp-Automatik. Ein großer Familien-Van muss in erster Linie komfortabel sein. Diese Erwartung erfüllt der Lancia Voyager. Die Dämpfung ist zwar weich; dennoch hält sich die Wankneigung in Grenzen.

( (DJ) )