Mondeo

Ein Ford-Modell für alle Kontinente

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Thomas Geiger

Ford bringt 2013 den neuen Mondeo auf den Markt. In Nordamerika heißt das Modell Fusion und wird schon ab diesem Herbst verkauft.

Die Franzosen abgeschrieben, Opel zurückgefallen, die Koreaner auf dem Vormarsch und VW schier unerreichbar - nur Ford hat beim Kräftemessen in Europa irgendwie keiner so recht auf dem Zettel. Das könnte ein Fehler sein. Denn der US-Konzern hat ambitionierte Expansionspläne: 15 neue Modelle in den kommenden fünf Jahren sollen die Amerikaner nach vorne bringen. Nach dem Motto "Gemeinsam sind wir stark" arbeitet das Unternehmen einen globalen Plan ab, der das Weltauto zum Heilsbringer macht.

Nachdem schon Fiesta und Focus mit nur geringen Anpassungen auf allen Kontinenten verkauft werden, ist nun das Flaggschiff an der Reihe: Denn was Ford in zweieinhalb Wochen auf dem Pariser Salon als nagelneuen Mondeo für das Jahr 2013 enthüllt, kennen die Amerikaner schon seit diesem Herbst als Ford Fusion. Beim Generationswechsel an der Spitze der Modellpalette setzen die Entwickler vor allem auf Intelligenz und Effizienz, spicken das Top-Modell mit jeder Menge neuer Assistenten.

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Deshalb gibt es nicht nur ein weiterentwickeltes Bediensystem mit Spracheingabe und problemloser Integration sämtlicher mobiler Endgeräte. Der nächste Mondeo bekommt auch ein Heer von Schutzengeln wie die Spurführung mit automatischem Lenkeingriff, den Abstandshalter mit Notbremsfunktion und den Einpark-Roboter. Außerdem gibt es adaptive LED-Scheinwerfer und Sicherheitsgurte mit integrierten Airbags. Auch beim Thema Allrad kann Ford künftig in dieser Klasse mitreden.

Unter der Haube schwören die Amerikaner vor allem auf den Hybridantrieb. Natürlich wird es für die Europäer auch wieder eine Reihe von Dieseln geben. Und mit den gerade mal 1,6 oder 2,0 Liter großen Ecoboost-Benzinern, die mit Turbo und Direkteinspritzer jeden V6 überflüssig machen, muss sich Ford auch nicht verstecken. Doch der ganze Stolz der Ingenieure sind die Teilzeitstromer, die nun mit effizienteren Motoren und dank Lithium-Ionen-Technik auch mit leistungsstärkeren Akkus bestückt werden.

Schon der konventionelle Hybrid wird dadurch noch einmal sparsamer, ist im US-Zyklus laut Werksangabe jetzt mit 5,3 Litern in der Stadt und 5,0 Litern auf dem Highway zufrieden und kann künftig sogar bis Tempo 100 stromern. Aber wirklich knauserig wird der Mondeo als neues Plug-in-Modell, das man auch an der Steckdose laden kann. Weil er dann mehrere Dutzend Kilometer ohne Sprit fährt, reichen ihm in der Theorie des Prüfstandsbetriebs weniger als 2,5 Liter.

Wer ohne Strom sparen will, dem bieten die Kölner ihren Ecoboost-Dreizylinder mit 125 PS an. Ansprechend ist auch das Design. Der Kühlergrill ist eine Mischung aus Ford Mustang und Aston Martin, das Gesicht bekommt mit den scharf geschnittenen Scheinwerfern wieder mehr Charakter. Wie eh und je wird es den Mondeo als Limousine mit Stufen- oder Fließheck und als Kombi geben. Das Basismodell dürfte ab 24 000 Euro zu haben sein.

Punkten will Ford auch mit dem gründlich überarbeiteten Fiesta, der ebenfalls den Ecoboost-Dreizylinder bekommt. Und eine weitere US-Übernahme ist bereits auf dem Weg nach Europa: Was die Amerikaner als Escape kennen, wird bei uns der neue Kuga. Doch damit nicht genug: Unterhalb des Kuga wird der EcoSport auf den Weg gebracht - und das Programm nach oben mit dem Ford Edge abgerundet.