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Ein Fall für zwei: Der neue Mini Coupé

Foto: ka.plewka / ka.plewka/BMW Group MediaPool

Die Mini-Familie wächst weiter. Anfang Oktober geht als nächste Variante das Coupé an den Verkaufsstart - zu Preisen ab 21.200 Euro.

Mini macht mobil. Weil die junge Marke von BMW für jedes Jahr ein neues Modell versprochen hat, wächst die Familie schneller als bei jedem anderen Hersteller. Jetzt ist es schon wieder so weit, und als fünfte Spielart des Klassikers läuft sich das neue Coupé warm. Von der Rückbank befreit, dynamischer geschnitten und strammer abgestimmt, gibt es ab dem Herbst den idealen Mini für Lust und Laune - allerdings mit Preisaufschlag. Denn wie immer bei Coupés zahlt man mehr Geld für weniger Auto: 1650 Euro Aufschlag verlangen die Bayern und beginnen die Preisliste deshalb mit 21 200 Euro.

Doch das Geld ist gut angelegt. Denn selbst wenn nur absolute Profis wirklich einen konkreten Unterschied herausfahren werden, fühlt sich der Zweisitzer für den Fahrer einfach etwas sportlicher an - und zwar nicht nur, weil das Dach drei Zentimeter tiefer ist und man deshalb vom Coupé buchstäblich stärker vereinnahmt wird. "Dafür haben wir das Fahrwerk und alle Regelsysteme neu abgestimmt", sagt Dynamikchef Heinz Krusche und spricht von den Feinheiten, die den Unterschied machen: Die Dämpfer sind hinten etwas kräftiger, und der Stabilisator ist einen Zentimeter dicker als beim Dreitürer. Zwar wiegt das Coupé etwa 25 Kilo mehr, hat aber den tieferen Schwerpunkt. Und auf dem Heckdeckel gibt es einen kleinen Spoiler, der bei Tempo 80 automatisch ausklappt und bei 60 km/h von selbst wieder einfährt.

"Der sieht nicht nur beim Flanieren in der Stadt gut aus", sagt Krusche. Wie alles bei Mini habe er auch eine Funktion: "Bei Vollgas lasten durch den Abtrieb 40 Kilo mehr auf der Hinterachse." Zwar würde sich der Zweitürer auch ohne Flügel sicher durch die Kurven zirkeln lassen. "Doch so bekommen wir die bessere Straßenlage und das knackige Lenkgefühl, das man von einem Mini erwartet", sagt Krusche.

Weil es Mini-Chef Kay Segler um Fahrspaß geht, hat Mini die Topmotorisierung für die erste Testfahrt bereitgestellt, mit der das Coupé für 31 150 Euro tatsächlich zur Rakete für die Westentasche wird. Doch der Rest der Motorpalette ist ebenfalls auf Sportlichkeit getrimmt. Los geht es deshalb erst mit dem Cooper Coupé, das bereits 122 PS erreicht und 204 km/h schafft. Darüber rangiert der Cooper S mit 184 PS und maximal 230 km/h, und an der Spitze steht eben jener 1,6-Liter-Turbo aus dem Cooper Works mit immerhin 211 PS. Das reicht für einen Sprintwert von 6,4 Sekunden und ein Spitzentempo von 240 km/h, das sich in so einem kleinen Auto noch einmal deutlich schneller anfühlt. Kein anderer serienmäßiger Mini war bislang schneller in der 50-jährigen Geschichte.

Selbst beim Diesel gibt es nur die stärkere Variante: Einziger Selbstzünder ist deshalb der Cooper SD mit 143 PS. Bei allem Vergnügen kommt die Vernunft aber nicht unter die Räder: Die Start-Stopp-Automatik beispielsweise ist überall Serie und drückt den Verbrauch auf 4,3 Liter beim Diesel und 5,4 bis 7,1 Liter bei den Benzinern.

Die Differenzierung innerhalb der Mini-Familie erfolgt vor allem über das Design, sagt Stylingchef Anders Warming mit Blick auf die schräger stehende Frontscheibe, das kurze, flache Dach mit der durchlässigen Abrisskante und den Heckstummel. Aber das Coupé ist nicht nur pfiffig und potent, es ist sogar praktischer als der Dreitürer - zumindest, wenn man auf die Rücksitze verzichten kann: Durch die riesige Klappe passen nun zur Not auch mal größere Kisten, und der Kofferraum wächst um mehr als 50 Prozent auf respektable 280 Liter, wobei jeder Quadratzentimeter Stauraum genutzt wird. Aber auch im Heck konnte sich Warming mit der Liebe zum Detail durchsetzten: Die Hutablage hat deshalb zwei sportliche Hutzen, mit denen der Designer die Zweisitzigkeit des Coupés betonen will.

Und die versprochene Mini-Vielfalt wächst weiter: Im nächsten Jahr rollt der Zweitürer auch als Roadster vor.