Elektroautos sind für Blinde nicht gefährlicher als Benziner

Die "lautlose Gefahr", die von Elektroautos im Straßenverkehr für Fußgänger und Radfahrer ausgeht, ist offenbar weniger gravierend als angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt ein Praxistest, den das Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen und der Autohersteller Ford durchgeführt haben. Dabei wurde nachgewiesen, dass moderne Benzinmotoren im Stadtverkehr "nicht weniger oder mehr hörbar sind als Elektroautos", so das Fazit der Forscher.

Die Gefahr, die von Autos ohne Motorengeräusch speziell für Blinde, Sehbehinderte oder Senioren ausgehe, werde daher überschätzt. Die Forscher haben 240 Versuchsteilnehmer - darunter auch zahlreiche Schwerhörige und sehbehinderte Menschen - gebeten, die Fahrgeräusche diverser Autos mit Elektro- und Verbrennungsmotor bei Geschwindigkeiten zwischen 30 und 40 km/h zu beurteilen. Leisester Benziner im Test waren der Opel Agila und der Ford Fiesta, die mit 59 dB beziehungsweise 60,5 dB kaum lauter waren als die Abrollgeräusche des batteriebetriebenen Elektro-Smart mit 58 dB.

Allenfalls bei Vollgas-Fahrten und im Stillstand gibt es naturgemäß deutliche Unterschiede zwischen lautlosen E-Mobilen und im Leerlauf arbeitenden Ottomotoren. Aber auch dieser Unterschied soll sich in absehbarer Zeit aufheben. Bis 2015 dürften nämlich mehr als 80 Prozent aller Neuwagen mit Start-Stopp-Systemen ausgestattet sein, die den Motor etwa an der roten Ampel automatisch abschalten.