Fit für das Duell gegen den Passat

Foto: Ford

Mit Müdigkeitswarner und Tote-Winkel-Warner hat Ford den Mondeo aufgerüstet sowie die Preise schärfer kalkuliert

Aller guten Dinge sind drei: Nachdem Ford vor den Sommerferien bereits seine Vans S-Max und Galaxy auf Vordermann gebracht hat, polieren die Kölner jetzt auch noch den Mondeo auf. Das Flaggschiff, das sich die allermeisten Komponenten mit den beiden Raumkreuzern teilt, kommt Mitte November in den Handel und konkurriert dann mit dem neuen VW Passat, der seine Premiere kommende Woche auf dem Pariser Autosalon feiert.

Angst vor diesem Duell muss in Köln niemand haben, denn spätestens mit der jetzt vollzogenen Modellpflege ist der Mondeo in der Mittelklasse eine gute Wahl. Und weil Ford mit ein paar scharf kalkulierten Sondermodellen zudem den Preis gesenkt hat, können die Rheinländer auch kühle Rechner überzeugen: Bei einem Startpreis von 22 590 Euro für den Fünftürer und exakt 1000 Euro mehr für den Kombi ist der Mondeo zum Teil rund 3000 Euro billiger als der aktuelle Passat.

Zwar gibt es auch ein bisschen frische Schminke, neue Schweller und Schürzen und endlich ein Tagfahrlicht mit LED-Technik. Doch die wichtigsten Neuerungen finden unter der Haube statt. Nach Galaxy und S-Max bekommt deshalb auch der Mondeo die ersten Benziner aus der EcoBoost-Familie. Allerdings gibt es den 2,0 Liter großen Turbo mit Direkteinspritzung dort nicht nur mit 203, sondern gleich auch mit 240 PS - ohne dass sich dabei der CO2-Ausstoß erhöht. Er liegt für beide Varianten gleichauf bei 179 g/km und damit etwa 20 Prozent unter den früheren Sechszylindern mit vergleichbarer Leistung. Damit wird der Mondeo zum Traumwagen des eiligen Bürgertums: Fein dosiert vom sechsstufigen Doppelkupplungsgetriebe, schnellt der Mondeo in 7,5 Sekunden auf Tempo 100 und kratzt mit Vollgas und etwas Anlauf ganz knapp an der 250-km/h-Marke.

Auch beim Diesel legt Ford noch einmal nach: An die Spitze der Selbstzünder rückt nun ein 2,2-Liter, der künftig 200 PS leistet und so zum stärksten Vierzylinder-Diesel in der Ford-Palette aufsteigt. Er kommt auf maximal 450 Newtonmeter Drehmoment und hat entsprechend leichtes Spiel mit dem Flaggschiff: 8,1 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100 und 230 km/h sind schließlich keine schlechten Werte. Und auch der Verbrauch von 6,0 Litern kann sich sehen lassen. Daneben gibt es weiterhin den bekannten 2,0-Liter-Diesel, der im Frühjahr eingeführt wurde und mit 115, 140 und 163 PS angeboten wird. Egal in welcher Leistungsstufe und welcher Karosserievariante man diesen Motor bestellt - immer liegt der CO2-Ausstoß bei 139 g/km und der Verbrauch bei 5,3 Litern.

Damit auch die anderen Aggregate - etwa die drei weiteren Benziner mit 1,6 bis 2,0 Liter Hubraum und 120 bis 145 PS - sparsamer werden, führt Ford mit der Modellpflege unter anderem ein regeneratives Bremssystem ein und bietet nun auch für den Mondeo einen elektronischen Ökotrainer an. Wer sparsam fährt, sieht neben dem Tacho deshalb Blümchen wachsen.

Neben den Motoren galt das Augenmerk der Entwickler vor allem den Assistenzsystemen. Ähnlich wie schon in Galaxy und S-Max kann künftig auch der Mondeo-Fahrer auf ein ganzes Heer elektrischer Helfer vertrauen: Sensoren und Kameras unterstützen bei Spurwechsel und beim Einhalten der Fahrspur, schauen in den toten Winkel, aktivieren automatisch das Fernlicht und warnen den Fahrer bei aufkommender Müdigkeit - damit er genau so ausgeschlafen ist wie sein Auto.