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YouTube Shorts startet: Das kann der Tiktok-Konkurrent

| Lesedauer: 4 Minuten
Maik Henschke
Warum TikTok zur beliebtesten App weltweit wurde

Warum TikTok zur beliebtesten App weltweit wurde

Durch diese Eigenschaften kann Tik Tok punkten.

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Unterhaltsame Kurzvideos im Hochformat: Was Tiktok groß gemacht hat, bietet YouTube Shorts jetzt auch hierzulande. Mit einem Vorteil.

Berlin. Spaßige oder informative Videos im Smartphone-tauglichen Hochformat, meist nicht länger als zehn bis sechzig Sekunden: Damit feiert die Kurzvideo-App Tiktok weltweit enorme Erfolge. Mit Facebook Reels eifert seit vergangenem Sommer bereits ein US-Techkonzern den chinesischen Tiktok-Machern nach. Nun bringt auch die führende Videoplattform YouTube sein Angebot für kurze Videoclips nach Deutschland. YouTube Shorts soll noch in dieser Woche als Beta-Version für Nutzerinnen und Nutzer hierzulande verfügbar sein – und könnte einen entscheidenden Vorteil mit sich bringen.

YouTube Shorts: Tiktok-Konkurrent startet in über 100 Ländern

Vergangenes Jahr hatte Google-Tochter YouTube seinen Kurzvideo-Dienst eingeführt. Bisher ist die Funktion ist 26 Ländern verfügbar. Nun hat der Konzern angekündigt, YouTube Shorts in mehr als 100 weiteren Ländern auszurollen – darunter Deutschland. Hier soll der neue Bereich innerhalb der YouTube-App ab Mittwoch zur Verfügung stehen. Entstehen soll „ein Kurzvideo-Erlebnis für alle, die kurze, einprägsame Videos nur mit ihrem Handy erstellen möchten“, heißt es in der Blog-Ankündigung der Plattform-Betreiber.

Grundsätzlich erinnert vieles in Shorts an die Erfolgs-App Tiktok des chinesischen Konzerns ByteDance. Bisher waren kurze Clips zwar schon Teil von YouTube. Mit Shorts soll das Erstellen und Hochladen von Kurzvideos mit dem Smartphone aber einfacher werden. „Ein neuer Spielplatz der Kreativität“ soll laut YouTube mit dem Dienst entstehen.

Folgen und wischen: So funktioniert der Kurzvideo-Dienst

Das Ansehen der Clips und wischen durch die Kurzvideos gestaltet sich nach dem Tiktok-Prinzip. Nur dass Short – anders als die meisten YouTube-Kanäle – konsequent auf das vertikale Format setzt. Inhalte werden im Hochformat erstellt und abgespielt, ausgerichtet auf Smartphone-Bildschirme. Mit einer Wischbewegung nach oben geht es weiter zum nächsten Video.

Neue Clips werden einem von einem Algorithmus vorgeschlagen, basierend auf zuvor geschauten Inhalten und persönliche Interessen. Außerdem kann man Künstlerinnen und Künstlern sowie anderen Video-Erstellern folgen. Wie bei Tiktok sollen Nutzerinnen und Nutzer möglichst für sie interessante Videos am Fließband konsumieren – und so viel Zeit auf der werbefinanzierten Plattform verbringen.

YouTube Shorts will Kreative anlocken

Das Erstellen eigener Videos will YouTube Shorts „einfach und unterhaltsam“ gestalten und bietet allerhand Werkzeuge auf dem Smartphone-Bildschirm. So kann man mehrere Videoclips aneinanderreihen und die Abspielgeschwindigkeit variieren.

Clips lassen sich mit Texten und Untertiteln anreichern. Und natürlich dürfen auch die bei solchen Apps üblichen Farbfilter nicht fehlen. Weitere Effekte sind demnach bereits in Planung. Höchstens eine Minute lang dürfen selbst erstellte Clips für YouTube Shorts sein. Tiktok will das Limit künftig auf drei Minuten Länge ausdehnen.

Vorteil: Kurzclips mit Millionen von Songs untermalen

Abheben will sich YouTube Shorts von Tiktok, Facebook Reels und anderen Apps vor allem im Bereich Musikuntermalung. So sollen Nutzerinnen und Nutzer ihre kreativen Clips mit „Millionen von Songs“, wie es heißt, unterlegen können. Die Musikkataloge sollen sich auf mehr als 250 Labels und Verlage erstrecken. Stetig sollen mehr Songs für kreative Videomacher hinzukommen.

Möglich machen das bestehende YouTube-Partnerschaften mit der Musikindustrie. Zudem will YouTube Shorts ambitionierten Kreativen die Möglichkeit bieten, mit ihrem Kurzvideos auf der Plattform Geld zu verdienen.

Ob YouTube Shorts dem gerade unter jungen Leuten enorm populären Dienst Tiktok Paroli bieten kann, wird sich zeigen. Im ersten Quartal konnte Shorts laut Konzernmutter Google aber bereits 6,5 Milliarden Abrufe am Tag verzeichnen. Nun können kreative Nutzerinnen und Nutzer auch hierzulande entscheiden, womit sie ihre Kurzvideos am liebsten erstellen – und auf welcher Plattform sie ihre Zeit verbringen.

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