Verträge

Deswegen lohnt sich der Handyvertrag mit Smartphone nicht

Warn-Apps bei Terror, Unwetter oder Brand

Verschiedene Apps informieren aktuelle Gefahrenlagen über das Smartphone. NINA oder KATWARN können die deutsche Bevölkerung frühzeitig vor Gefahren warnen.

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Wer einen Handyvertrag mit Smartphone abschließt, zahlt oft drauf. Der Preis bleibt häufig gleich – obwohl das Gerät abbezahlt ist.

Berlin. Der Handyvertrag ist einer dieser Verträge, die man täglich nutzt, aber selten überprüft. Wer das aber längere Zeit nicht tut, zahlt fast sicher drauf. Ganz besonders, wenn ein klassischer Handyvertrag mit Smartphone abgeschlossen wurde.

Zugegeben: Manchmal gibt es günstige Kombinationen aus Vertrag und Handy, wie der Geld-Ratgeber Finanztip in einer Studie bereits 2018 festgestellt hat. Auch die Stiftung Warentest kam vor einigen Monaten zu einem ähnlichen Ergebnis. Es gibt sowohl recht günstige als auch besonders teure Verträge mit Handy, man muss immer nachrechnen.

Handyvertrag mit Smartphone: Kunden zahlen schnell drauf

Finanztip rät trotzdem ab: Ein klassischer Handyvertrag bindet den Kunden erstmal zwei Jahre an den Anbieter und verlängert sich dann Jahr für Jahr automatisch. Das kann sich überhaupt nur dann lohnen, wenn der Kunde den Vertrag nach zwei Jahren kündigt – und sich um einen neuen Tarif kümmert.

Wenn sich der Vertrag auch nur einmal automatisch verlängert, hat man in aller Regel schon draufgezahlt. Denn der Monatspreis bleibt meist gleich, obwohl das Handy nach zwei Jahren abgezahlt ist. Der Klassiker: Trotz aller guten Vorsätze vergisst man am Ende doch zu kündigen und zu wechseln.

Alte Rufnummer zum neuen Anbieter mitnehmen

Die Politik plant schon seit längerem, Zweijahresverträge zu verbieten. Das SPD-geführte Verbraucherschutzministerium ist dafür, das Wirtschaftsministerium unter Leitung der CDU äußert Bedenken.

Verbraucher müssen aber nicht auf Gesetze warten: Sie können reinen Tisch machen und ihren alten Handyvertrag noch heute kündigen, wenn er zu teuer ist. Die gewohnte Rufnummer kann man zum neuen Anbieter mitnehmen.

Fehlende Software-Updates können zum Problem werden

Ist das alte Smartphone noch okay, kann es einfach weiter benutzt werden. Ohne Knebelvertrag gibt es keinen Druck mehr, sich regelmäßig über neue Handys zu informieren. Smartphones sind im Prinzip ausgereift, können alles, was sie müssen. Der Akku lässt sich mit Hilfe vom Hersteller oder freien Werkstätten fast immer tauschen.

Lediglich fehlende Software-Updates können irgendwann zum Problem werden. Insbesondere bei günstigen Android-Smartphones werden Sicherheitslücken meist nach kurzer Zeit nicht mehr behoben. Hochwertige Android-Geräte und vor allem iPhones halten die Hersteller hingegen oft jahrelang auf dem aktuellsten Stand.

Günstiges Smartphone über Vergleichsportale finden

Soll das alte Teil trotzdem ersetzt werden, ist das auch kein Problem: Wird das Smartphone separat gekauft, hat der Kunde die freie Wahl und muss sich nicht auf die Modelle mit Vertrag beschränken.

Vergleichsportale wie Idealo, billiger.de oder Geizhals eignen sich gut, um einen günstigen Händler für das Wunschhandy zu finden. Vielleicht genügt auch ein gebrauchtes mit Garantie. Dafür gibt es spezialisierte Anbieter wie Asgoodasnew, Rebuy, Buyzoxs, Clevertronic oder Smallbug.

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Neuer Handyvertrag: Auch Lidl und Edeka bieten Verträge an

Wenn die Sache mit dem Handy klar ist, geht es an den Tarif. Statt eines teuren Handyvertrags von den großen Netzbetreibern Telekom, Vodafone oder O2 kann man auch bei Edeka, Congstar, Penny, Lidl oder Winsim einen Vertrag abschließen.

Wer die Anbieter nicht alle selbst abklappern will, kann auch hierfür Vergleichsportale nutzen. Neben den großen Portalen wie Check24 und Verivox bietet auch Finanztip selbst einen Handytarif-Rechner an. Er ist so voreingestellt, dass er nur monatlich kündbare Verträge ohne Smartphone anzeigt.

Nutzer sollten im Rechner noch das Handynetz auswählen, das an ihrem Wohnort besonders verlässlich ist, und angeben, wie viel sie ungefähr telefonieren und surfen. Ist ein Vergleichsrechner nicht so verbraucherfreundlich voreingestellt, sollten Nutzer die Vertragslaufzeit auf „bis 1 Monat“ umschalten.

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Preiswerte Kombinationen aus Vertrag und Smartphone

Wer trotz der möglichen Nachteile einen Zweijahresvertrag mit Handy abschließen will, sollte beachten: Die günstigen Verträge gibt es meist nicht bei Telekom, Vodafone und O2. Die Anbieter preiswerter Kombinationen aus Vertrag und Smartphone heißen eher 11, Sparhandy, Mobilcom-Debitel oder Logitel.

Beim Vergleich dieser Verträge können ebenfalls Portale wie Check24, Verivox oder Tariffuxx weiterhelfen. Der Kombivertrag sollte aber unbedingt mit dem Einzelkauf verglichen werden. Und spätestens drei Monate vor Ablauf der meist zweijährigen Erstlaufzeit muss die Kündigung in aller Regel beim Anbieter eingegangen sein.

Wer befürchtet, das zu vergessen, sollte am besten sofort nach Ablauf der 14-tägigen Widerrufsfrist zu Vertragsbeginn die Kündigung zum Ende der Laufzeit abschicken. Der Haken: Es gibt Mobilfunkanbieter, die eine so frühe Kündigung nicht akzeptieren. Aus Sicht von Finanztip ist das ein unseriöses und rechtlich zweifelhaftes Verhalten.

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24 Monate Vertragsbindung sehr genau prüfen

Übrigens gibt es Zweijahresverträge auch ohne Handy. Mal wird dann die Anschlussgebühr von beispielsweise 20 Euro erlassen, mal ist der Monatspreis etwas niedriger als bei der monatlich kündbaren Variante.

Auch ohne Smartphone lohnt sich eine Vertragsbindung über 24 Monate nur dann, wenn der Kunde ganz genau weißt, dass der Tarif zu ihm passt und dass sich sein Nutzungsverhalten in den nächsten zwei Jahren nicht ändert. Im Zweifel sollte man auch davon die Finger lassen.

Die Studie der Stiftung Warentest lesen Sie hier.

Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Der Geld-Ratgeber für Verbraucher ist Teil der Finanztip-Stiftung.