Schule

Lernerfolg: Einstellung von Lehrerinnen hat großen Einfluss

So geht Homeschooling leicht von der Hand

Sie im Homeoffice und die Kinder im Hausunterricht? Mit diesen raffinierten Tipps für das Homeschooling gelingt unseren Kleinen das Lernen auch von zuhause aus. Mit Geheimtipp!

Beschreibung anzeigen

Eine neue Studie aus Halle zeigt: Die Einstellung von Lehrerinnen beeinflusst ihre Schüler – in Sachen Motivation und Versagensangst.

Halle/Berlin. Wie Lehrerinnen gegenüber ihrer Klasse eingestellt sind, hat Folgen für deren Lernerfolg, Motivation und die Angst vor dem Versagen. Das ist Ergebnis einer neuen Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Deren Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Social Psychology of Education“ veröffentlicht.

Dass Migrationshintergrund, Name und Elternhaus zu Vorurteilen gegenüber einzelnen Schülerinnen und Schülern führen, ist durch Studien belegt. „Diese Vorurteile der Lehrkräfte wirken wie selbsterfüllende Prophezeiungen – wem nichts zugetraut wird, der schafft oft auch nichts“, sagt Nancy Tandler vom Institut für Psychologie der MLU.

Mit Claudia Dalbert vom Institut für Pädagogik wollte sie daher herausfinden, ob eine grundsätzlich positivere oder negativere Einstellung von Lehrerinnen auch Folgen für den Erfolg einer ganzen Klasse hat. Männliche Lehrer seien ausgeschlossen worden, weil sie in den Schulen unterrepräsentiert waren und zudem laut Studien Schülerinnen allgemein schlechter bewerten als Lehrerinnen, erklärt Tandler.

Homeschooling mit Hartz IV: Abgehängt in der Corona-Krise
Homeschooling mit Hartz IV- Abgehängt in der Corona-Krise

Klima in der Schule auch entscheidend

Für die Studie wählten die Psychologinnen 43 Lehrerinnen für Mathematik und Deutsch von fünften Klassen in 22 Schulen aus, die ihre Schülerinnen und Schüler erst seit kurzem kannten. Die Lehrerinnen sollten spontan drei zufällig ausgewählte Jungen oder Mächen aus ihrer Klasse in einem kurzen Text beschreiben. Zusammen mit einer nicht an der Befragung beteiligten Lehrerin wertete Tandler aus, wie viele negative und positive Beschreibungen die Lehrerinnen nutzten.

Dann befragte sie alle Schülerinnen und Schüler der Klasse zu ihrer letzten Note, zu ihrer Motivation im Unterricht, ihrer Beziehung zu der Lehrerin und ihrer Angst, in der Schule zu versagen. Die Befragung der Schüler wurde nach vier Monaten wiederholt.

Lesen Sie auch: Schulabbrecher: Warum scheitern immer mehr Schüler?

Bei negativ eingestellten Lehrerinnen hatten die Schülerinnen und Schüler weniger Interesse am Lernstoff und mehr Versagensangst. Die Leistung hingegen verbesserte sich, je mehr positive Attribute eine Lehrerin für ihre Schüler fand. Und, so Nancy Tandler: „Das Klima der Schule wirkt sich offenbar entscheidend auf die Einstellung der Lehrerinnen aus.“.

Auch interessant: Lehrerin mit Corona-Risiko: „Will mich nicht verkriechen.“

Negative Gedanken als Folge von Erschöpfung?

Die Psychologin hofft, dass Lehrkräfte sich dieser Effekte bewusst machten. „Aber auch für Schulen verdeutlichen die Befunde noch einmal die Chancen, die ein weniger negativ gefärbtes Schulklima bieten kann.“ Negative Gedanken könnten eine Folge von Erschöpfung sein, vermutet Tandler. Und natürlich erklärten die Ergebnisse nicht alle Unterschiede verschiedener Klassen und Schulen. Tandler: „Es gibt viele weitere Faktoren.“ Etwa der sozioökonomische Hintergrund der Schülerinnen und Schüler, Leistungsdruck im Elternhaus oder auch deren Persönlichkeit. (kai)