Studie

Honig bei Erkältung und Husten effektiver als Antibiotika

So verteilen sich Keime beim Husten in der Luft

Begrenzen Gesichtsmasken den Raum, in den Keime beim Husten ausgestoßen werden? Wissenschaftler der Bauhaus-Universität Weimar sind dieser Frage nachgegangen.

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Eine neue Oxford-Studie belegt, dass schon eine kleine Menge Honig Halsschmerzen und Infekte effektiver lindert als gängige Arzneien.

Berlin. Der Hals ist entzündet und schmerzt, die Bronchien füllen sich mit zähflüssigem Schleim, weshalb der Hustenreiz oft auch noch nach Tagen anhält: Erkältungen gehen mit allerhand unangenehmen Symptomen einher.

Erkrankte sind deshalb über rasche Hilfe dankbar. Zumeist verschaffen ihnen Antibiotika oder andere, nicht verschreibungspflichtige Medikamente Linderung. Manche greifen stattdessen zu Hausmitteln, darunter Kräutertees und Honig.

Letzterer, fanden englische Forscherinnen und Forscher um Hibatullah Abuelgasim von der Oxford University Medical School nun heraus, bekämpft Reizhusten, Halsschmerzen und grippale Infekte tatsächlich sogar effektiver, als es Antibiotika und Co. zu tun vermögen.

Honig lindert Husten und verkürzt Genesungszeit

Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, nachdem sie 14 Studien über die Wirksamkeit von Honig, Hustenmitteln, Antihistaminika, also antiallergischen Wirkstoffen, und Schmerzmitteln zur Behandlung einer Infektion der oberen Atemwege verglichen haben.

Demnach linderte Honig die Häufigkeit von Husten durchschnittlich 36 Prozent effektiver als gängige Arzneien, während der Blütennektar die Hustenstärke gar um 44 Prozent reduzierte. Darüber hinaus fanden die Forscherinnen und Forscher Hinweise darauf, dass eine Behandlung mit Honig die Zeit, die Erkrankte brauchen, um von Husten und Erkältung zu genesen, um bis zu zwei Tage verkürzen kann. Nebenwirkungen seien dabei nicht zu befürchten.

Forschende empfehlen Honig statt Antibiotika

„Honig war üblichen Behandlungsmethoden zur Verbesserung der Symptome bei Infektionen der oberen Atemwege überlegen“, schreiben Abuelgasim und sein Team im renommierten Fachblatt „British Medical Journal“ (BMJ). Für Honig spreche darüber hinaus, dass er eine günstige Alternative zu Antibiotika sei.

Zudem könne die Behandlung mit Blütennektar dabei helfen, der zunehmenden Resistenz gegen Antibiotika entgegenzuwirken. Weil die Medikamente in den vergangenen Jahrzehnten relativ häufig verschrieben wurden, wirken sie bei einigen Patientinnen und Patienten nicht mehr gegen bestimmte Bakterien.

Stattdessen, so die englischen Forscher, sollten Ärztinnen und Ärzte ihren Patienten bei Erkältungssymptomen lieber zu einem Löffel Honig raten. Die Forschungsergebnisse sollen nun durch weitere, placebokontrollierte Studien überprüft werden.