Grillen

Gasgrills im Test: Fünf kleine Küchen für den Garten

Die wichtigsten Grill-Typen im Überblick

Es werden die Grill-Typen Holzkohlegrill, Gasgrill, Elektrogrill und Lotusgrill vorgestellt.

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Die Grillsaison ist auf ihrem Höhepunkt. Gleichzeitig purzeln im Handel die Preise für Gasgrills. Der richtige Zeitpunkt für einen Test

Berlin.  Freizeit gestalten in Zeiten von Corona – das ist und bleibt ein schwieriges Thema. Für viele ist das Grund genug, den heimischen Garten zum Ort der Entspannung zu machen. Dabei steht oft auch ein Austausch des Grills an; das alte Holzkohle-Schätzchen soll einem modernen Gasgrill weichen.

Doch die Auswahl ist riesig, und die Geräte sind längst von simplen Feuerstellen zu kleinen Outdoor-Küchen geworden. Und weil mit dem nahenden Saisonende die Preise sinken, ist der ideale Zeitpunkt gekommen, sich einen Gasgrill zu kaufen. IMTEST, das Verbrauchermagazin der Funke Mediengruppe, hat fünf Geräte bis 799 Euro getestet.

Gasgrill: Warum eigentlich Gas?

Gasgrills sind sehr viel komfortabler als ihre Holzkohle-Pendants. Sie sind schnell heiß, und ein Problem mit der Ascheentsorgung hat man später auch nicht. Zudem lassen sie sich genauer regeln: Man kann sie im Prinzip wie einen Herd verwenden, also auch zum Backen oder als Pizzaofen.

Dabei ist es leider ein weit verbreiteter Mythos, dass Speisen vom Gasgrill das Aroma fehlt. Hat er genug Leistung, bekommt man damit ebenso tolle Röstaromen hin wie mit Kohle, oft aber mit viel weniger Fettbrand. Und auch in Sachen Sicherheit steht bei sachgemäßem Umgang der Gasgrill eher besser da. Es gibt keinen Funkenflug, man braucht keine Anzündhilfe und der Brennstoff selbst verbrennt rauchfrei und geruchsneutral, was für so manche Holzkohle keineswegs gilt. Es gibt also einige gute Argumente für einen (neuen) Gasgrill.

Gasgrill: Worauf es ankommt

Die Grills in diesem Testfeld haben durchweg drei Hauptbrenner in Form von Rohrbrennern. Das bietet genug Möglichkeiten, um problemlos ganze Tellergerichte zuzubereiten. Erst recht dann, wenn der Grill in einer Seitenablage noch einen Gaskocher integriert hat, was ebenfalls bei allen Kandidaten der Fall ist.

Allerdings sollten Brenner und Kocher generell eine gewisse Leistung haben: drei Kilowatt (kW) oder mehr pro Brenner und 2,5 kW oder mehr für einen Seitenkocher sind empfehlenswert, sonst wird es mit schönen Röstaromen am Fleisch oft schwierig. Auch hier hat aber keiner der Testgrills ein Problem. Ob das Gerät die Hitze der Brenner dann auf Roste aus Gusseisen oder Edelstahl überträgt, ist zweitrangig, solange beide Ausführungen genug Masse besitzen.

Hier fällt der Weber Spirit E320 Classic (ca. 749 Euro)mit seinem emaillierten Blechrost leider etwas ab; er heizt sich zwar schnell auf, verliert aber die Hitze auch schnell wieder. Dafür punktet er wie der Napoleon Rogue 425 SB (ca. 799 Euro) mit einer Wanne aus Aluminiumguss, die nahezu unverwüstlich ist. Der Rest – Brennerrohre oder die Abweiserbleche darüber – werden bei den meisten Geräten irgendwann verschleißen. Wie schnell das geht, hängt vom Grillverhalten und der Pflege ebenso ab wie von der Qualität der verbauten Materialien.

Auch hier hinterlassen vor allem der Napoleon und der Campingaz (Master 3 Series Classic EXS SBS, ca. 799 Euro) einen guten Eindruck. Dafür bekommt man bei Kingstone Cliff 455-1 ES (ca. 639 Euro), der Eigenmarke von Bauhaus, oder bei Burnhard (Big Fred Deluxe, ca. 639 Euro) für etwas weniger Geld mehr Ausstattung, etwa einen keramischen Steakbrenner oder im Falle des Kingstone Cliff sogar noch einen waagerechten Brenner in der Rückwand für den Betrieb eines Drehspießes.

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Gasgrill: Verzichtbare Features

Neben solchen sinnvollen Features bieten zum Beispiel Kingstone oder Campingaz auch Ausstattungen, die nicht zwingend nötig sind. Beleuchtete Regler zum Beispiel oder Modul-Roste, bei denen sich ein Teil durch andere Zubehöre wie einen Pizzastein oder eine Gusseisenplatte ersetzen lässt. Das sorgt vor allem für die Bindung an einen bestimmten Hersteller, aber in aller Regel erfüllen hier auch universelle Zubehörteile, die einfach auf den Rost gelegt werden, ihren Zweck.

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Fazit

Tatsächlich bleibt es am Ende vor allem eine Frage des Anspruchs, zu welchem Grill man greift. Denn vernünftig grillen kann man mit allen Geräten. In Sachen Ausstattung und Grillspaß ist hier sicher der Kingstone herauszustellen. Dafür kann er in Sachen Stabilität, Aufbau und Verarbeitungsqualität nicht ganz mit dem Napoleon Rogue mithalten, der bei der Wertigkeit eine Klasse besser ist und mit funktionalen Merkmalen wie einer nach vorne entnehmbaren Fettwanne punktet. Das ist zwar nicht spektakulär, erhöht aber die Alltagstauglichkeit.

Und das ist sehr viel wichtiger als es zunächst klingt. Denn ein Grill, der nur schwer zu reinigen ist, wird oft auch nur selten gereinigt. Abgesehen davon, dass eine volle Fettwanne das Risiko eines Fettbrandes erhöht, reduziert das vor allem die Lebensdauer des Gerätes.

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