Mecklenburg-Vorpommern

Ostsee-Vibrionen: Frau wegen Infektion im Krankenhaus

Ostsee: So kann man sich vor den fleischfressenden Bakterien schützen
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In Ost- und Nordsee vermehren sich aufgrund des Klimawandels Vibrionen. Jetzt wurde die erste Infektion dieses Jahres nachgewiesen.

Berlin. 
  • Forscher sind alarmiert: Derzeit vermehren sich Vibrionen in Nord- und Ostsee
  • Die fleischfressenden Bakterien lösen gefährliche Infektionen aus – sie führen im schlimmsten Fall zum Tod
  • Nun wurde die erste Vibrionen-Infektion des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen

Besonders während wärmerer Sommer häuften sich zuletzt die Fälle, einige Betroffene starben gar daran: Wer sich beim Baden in Ost- und Nordsee mit so genannten Vibrionen infiziert, kann schwer erkranken. Durch den Klimawandel könnte die Gefahr laut Forscherinnen und Forschern in den kommenden Jahren sogar noch größer werden – vor allem an der Ostsee.

Vibrionen-Infektion: Frau steckt sich beim Baden an

Die erste bestätigte Infektion mit dem Bakterium in diesem Sommer ist nun in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet worden. Eine Frau werde nach einer Vibrionen-Infektion im Krankenhaus behandelt, wie der NDR berichtet. Der NDR bezieht sich auf Angaben des Gesundheitsamtes Ribnitz-Damgarten im Landkreis Vorpommern-Rügen.

Die Frau habe sich beim Baden infiziert. Zudem gebe es dem Bericht zufolge zwei weitere Verdachtsfälle im Uni-Klinikum Greifswald.

Ostsee: „Fleischfressende Bakterien“ vermehren sich

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt: Immer wärmere Temperaturen in den Meeren und in Flussmündungen erleichtern die Ausbreitung der salztoleranten Bakterien. Vor allem ab Wassertemperaturen von 20 Grad würden sich Vibrionen demnach besonders gut vermehren.

Anhaltende Hitzeperioden, wie in den Sommern 2018 und auch 2019, verbessern die Bedingungen für die gefährlichen Bakterien enorm.

Vibrionen-Bakterien können schwere Wundinfektionen auslösen

Doch was sind Vibrionen eigentlich? Dabei handelt es sich um so genannte Stäbchenbakterien, auch als „fleischfressende Ostseebakterien“ bekannt. Tatsächlich wurde der Erreger in den vergangenen Jahren aber auch an der Nordsee nachgewiesen. Auch interessant: Droht Quallenplage in Nord- und Ostsee?

Gelangen die Bakterien über die Haut in den Körper, beispielsweise über offene Wunden, können sie schwere Wundinfektionen auslösen. Dafür reichen bereits kleine Läsionen aus.

So gefährlich sind die fleischfressenden Bakterien in der Ostsee
So gefährlich sind die fleischfressenden Bakterien in der Ostsee

Schwerer Krankheitsverlauf durch Diabetes, Lebererkrankungen und Krebs

Laut Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sind Menschen mit chronischen Vorerkrankungen, geschwächtem Immunsystem und offenen Wunden besonders gefährdet.

Darunter Patienten, die an

  • Diabetes,
  • Lebererkrankungen oder
  • Krebs

erkrankt sind.

Sie kämpfen deutlich häufiger mit einem schweren Krankheitsverlauf.

Menschen mit Vorerkrankungen sollten deshalb lieber darauf verzichten, in Ost- und Nordsee baden zu gehen, warnte bereits das Landesamt für Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern.

Ostsee und Nordsee: Nach Bad auf Warn-Signale achten

Das sind die Symptome bei einer Vibrionen-Infektion:

  • Die ersten Symptome, wie lokaler Schmerz, Fieber und Schüttelfrost zeigen sich demnach bereits zwölf bis 72 Stunden nach einer Infektionen mit Vibrionen.
  • Betroffene sollten schnellstmöglich behandelt werden, da sich die Infektion sonst rasch ausbreiten und zum Absterben von Zellen führen kann.
  • Unbehandelt kann es gar zu einer tödlichen Wundinfektion kommen.

Wer mit den Bakterien kontaminiertes Meerwasser schluckt, kann zudem eine Magen-Darm-Erkrankung entwickeln. Die Infektion wird in aller Regel mit Antibiotika behandelt.

Die Bakterien sind an der gesamten Ostseeküste bis in den baltischen Raum verbreitet und wurden ebenfalls bereits in der Nordsee – vor allem in Flussmündungen – nachgewiesen. 2019 hatte es zwei tödliche Infektionen an der deutschen Ostseeküste gegeben. Laut Eckhard Strauch, Leiter des Konsiliarbüros für Vibrionen des BfR, infizierten sich hierzulande in den vergangenen Jahren nicht einmal Hundert Personen. Ein weiterer Hitzesommer könnte die Zahlen allerdings wachsen lassen.

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