Internetsicherheit

Mehrheit der Deutschen missachtet wichtigste Passwortregel

Bei Passwörtern im Internet raten Experten zur Einhaltung bestimmter Regeln. Doch viele Nutzer tun sich schwer damit und gefährden die Sicherheit ihrer Daten. Passwortmanager und Co. können helfen.

Bei Passwörtern im Internet raten Experten zur Einhaltung bestimmter Regeln. Doch viele Nutzer tun sich schwer damit und gefährden die Sicherheit ihrer Daten. Passwortmanager und Co. können helfen.

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Sichere Passwörter sollen lang und komplex sein – und möglichst nicht mehrfach verwendet werden. Viele Nutzer halten sich daran nicht.

Berlin. In der aktuellen Krise haben Hacker Hochkonjunktur. Verstärkt werden laut Medienberichten Spammails versandt, mit dem Ziel, Passwörter und persönliche Nutzerdaten zu stehlen. Daher sollten Nutzer jetzt ihr Passwortverhalten überprüfen.

Denn die Zahl der „Passwortsünder“ in Deutschland ist alarmierend hoch, so das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage des E-Mail-Anbieters Web.de: Über die Hälfte der Internetnutzer (60 Prozent) verwendet bei mehreren oder sogar allen Onlinediensten das gleiche Passwort – ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr (59 Prozent).

Passwort-Flut: Deutsche haben pro Kopf immer mehr Onlinekonten mit Login

Gleichzeitig steigt laut Studie die Zahl der passwortpflichtigen Onlinekonten pro Kopf deutlich an: Inzwischen haben 41 Prozent der befragten Internetnutzer bei mehr als 15 Onlinediensten ein passwortgeschütztes Konto, im Vorjahr waren es 32 Prozent.

„Immer mehr Dienste verlangen von ihren Nutzern ein Login mit E-Mail-Adresse und Passwort. In dieser Situation fällt es den meisten Nutzern schwer, den Überblick über die vielen Zugangsdaten zu behalten, und sie weichen auf ein Standardpasswort für alle Dienste aus“, sagt Web.de-Geschäftsführer Jan Oetjen in einer Mitteilung.

Expertentipp: Für jeden Dienst starkes und einzigartiges Passwort

Damit riskierten Nutzer, dass beim Hack eines Dienstes auch die persönlichen Daten auf anderen Plattformen in die Hände von Kriminellen gelangen, warnt Oetjen. Wer sich davor schützen will, dem empfiehlt Oetjen, für jeden Dienst ein starkes, einzigartiges Passwort zu verwenden.

Zudem rät er dazu, einen vertrauenswürdigen, sogenannten Single-Sign-on-Anbieter (SSO) zu verwenden und dort ein sicheres Passwort zu vergeben. Dahinter verbergen sich Dienste, die für den Verbraucher – nach einmaliger sicherer Anmeldung – zentral dessen Login-Daten bei weiteren Webseiten verwalten.

Single-Sign-on-Anbieter: Schon mehr als jeder Vierte nutzt bequeme Passwort-Lösung

Somit entfallen separate Anmeldungen. Je Login lassen sich die übermittelten Daten wie Klarname, Zahlungsdaten oder Postadresse auch individuell freigeben. Beispiele dafür sind die Logins bei Google oder Facebook. Laut Umfrage nutzen 28 Prozent der Befragten SSO-Dienste. Die Mehrheit der Befragten (37 Prozent) gibt an, sich ihre Passwörter einfach merken zu können.

Experten empfehlen, stets komplexe Passwörter zu wählen statt nahe liegende und einfach zu erratene Kombinationen. Die meisten Nutzer kommen dem inzwischen nach: 73 Prozent setzen auf Sonderzeichen. Ziffern sind für 82 Prozent Teil eines guten Passworts. Die beliebteste Passwortmethode bleibt die Verwendung von Fantasiewörtern (32 Prozent).

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