Rauchen

Zahl der Toten durch E-Zigaretten in den USA steigt auf 26

Dampfen statt Rauchen: E-Zigaretten sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. In den USA sind sie offenbar aber auch eine Gefahr für die Gesundheit.

Dampfen statt Rauchen: E-Zigaretten sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. In den USA sind sie offenbar aber auch eine Gefahr für die Gesundheit.

Foto: Robert F. Bukaty / dpa

In den USA werden mittlerweile 26 Todesfälle auf das Rauchen von E-Zigaretten zurückgeführt. Der jüngste Patient war erst 17 Jahre alt.

New York. In den USA sind weitere Todesfälle unter Rauchern von E-Zigaretten bekannt geworden. Laut US-Gesundheitsbehörde CDC sind es nun 26. Die Erkrankten waren im Schnitt 49 Jahre alt, der jüngste Tote war gerade mal 17.

Außerdem ist die Zahl der bestätigten und wahrscheinlichen Verletzten auf 1299 gestiegen. In der vergangenen Woche hatte die Behörde von 18 Toten und 1080 bestätigten und wahrscheinlichen Verletzten gesprochen.

Die Ursache für die potenziell tödlichen Lungenschäden ist laut CDC immer noch nicht bekannt. Zuletzt hatte es Hinweise gegeben, dass THC-Produkte eine Rolle spielen könnten. THC (Tetrahydrocannabinol) steckt in Cannabis und ist hauptsächlich für die berauschende Wirkung der Droge verantwortlich.

Todesfälle durch E-Zigaretten: US-Forscher entdecken gefährlichen Stoff

Vor einigen Wochen hatten US-Forscher einen krebserregenden Geschmacksstoff in den Flüssigkeiten für E-Zigaretten und in Kautabak entdeckt. Der Stoff namens Pulegon findet sich demnach „in besorgniserregend hoher Konzentration“ in Minz- und Mentholprodukten wieder, so Wissenschaftler der Duke Universität (Bundesstaat North Carolina) im Fachjournal „Jama Internal Medicine“.

Die zuständige US-Behörde hatte Pulegon für Lebensmittel bereits im vergangenen Jahr verboten. In E-Zigaretten und Kautabak ist der Stoff bisher noch erlaubt. Die Forscher testeten mehrere Marken von Menthol-Zigaretten, drei E-Zigaretten-Marken und eine Kautabak-Marke, die alle die Chemikalie enthalten. Sowohl bei den E-Zigaretten als auch beim Kaubatak war die Konzentration „besorgniserregend“, bei den Menthol-Zigaretten lag sie unter dem Schwellenwert.

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E-Zigaretten mit Pulegon: Ausmaß in Deutschland nicht zu beurteilen

Es sei allerdings nicht ganz klar, wie sich die Aufnahme von Pulegon unterscheide, wenn es nicht geraucht, sondern per E-Zigarette aufgenommen werde, hieß es von den Wissenschaftlern. Sie forderten die US-Regulierungsbehörde FDA auf, Maßnahmen zu ergreifen, um das Risiko zu mindern.

Ob und in welchem Ausmaß Pulegon auch in Produkten auf dem deutschen Markt enthalten ist, sei nicht klar, sagte Michal Dobrajc vom Verband des E-Zigarettenhandels der Deutschen Presse-Agentur. „Als Branchenverband ist es uns nicht möglich, einen detaillierten Einblick in Zusammensetzung der vielfältigen Liquids zu bekommen, da die einzelnen Rezepturen der Hersteller dem Geschäftsgeheimnis unterliegen.“

US-Regierung will E-Zigaretten weitgehend regulieren
US-Regierung will E-Zigaretten weitgehend regulieren

E-Zigaretten: In Deutschland kein Anstieg von Lungenschädigungen

Nachdem sich die Todes- und Krankheitsfälle in Zusammenhang mit E-Zigaretten in den USA gehäuft hatten, war in den USA eine Diskussion entbrannt. Ausgefallene Geschmacksrichtungen für E-Zigaretten sollen nach dem Willen der US-Regierung in den Vereinigten Staaten nun verboten werden.

Präsident Donald Trump hatte in der vergangenen Woche „sehr strenge“ Vorschriften für Hersteller angekündigt und die Nutzung von E-Zigaretten als „großes Problem“ bezeichnet.

In Deutschland und auch europaweit ist bislang kein ähnlicher Anstieg von Lungenschädigungen bekannt. In der Bundesrepublik sind die Zusammensetzungen der Wirkstoffe, die in den Flüssigkeiten für E-Zigaretten enthalten sind, strenger reguliert als in den USA.

(dpa/ba)