Urlaub

Wie Eltern ihre Kinder auf Ferienlager vorbereiten sollten

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Wenn Kinder erstmals alleine in den Urlaub fahren, machen sie und die Eltern sich oft Sorgen. Dabei gibt es einfache Tipps, die helfen.

Berlin. In den Sommerferien fahren viele Kinder das erste Mal ohne Eltern in den Urlaub – zum Beispiel in ein Ferienlager. Damit die Kinder nicht mit dem Leben im Camp überfordert sind oder schon nach wenigen Stunden Heimweg bekommen, raten Experten zu einer guten Vorbereitung.

Auf Klassenfahrten erleben vor allem Grundschullehrer, wie Kinder Urlaube ohne die Familie erleben und was für Probleme auftreten. Charlotte Cadenbach kennt aber auch Lösungen für die Probleme.

Erste Ferien ohne Eltern – wie man Kinder vorbereitet

Die 26-jährige Grundschullehrerin organisiert in ihrer Freizeit Zeltlager für eine katholische Kirchengemeinde in Essen. Sie beruhigt besorgte Eltern: „Man braucht nicht viel, damit man als Kind glücklich von so einer Freizeit zurückkommt.“ Dennoch sollten die Kinder auf die Zeit im Camp vorbereitet werden.

Eltern könnten beispielsweise mit ihnen üben, wie man alleine ein Bett bezieht. Es sei von Vorteil, wenn die Kinder den Inhalt des eigenen Rucksacks kennen. So gibt es vor Ort keinen Streit um Anziehsachen oder verzweifelte Suchen nach Socken und Badehosen.

Vorbereitung aufs Ferienlager: Die wichtigsten Tipps für Eltern in Kürze:

  • Urlaub in Ferienlagern kann man trainieren: mit kurzen Ausflügen
  • Der Kontakt zwischen Eltern und Kind sollte gering gehalten werden
  • Wenn Kinder mit Freunden verreisen, ist das Heimweh meist nicht so groß

Heimweh sei meist nur am ersten Abend ein Problem – selbst bei schüchternen Kindern. Einmal habe sie sich um ein Mädchen große Sorgen gemacht. „Abends aber saß sie schon auf ihrer Luftmatratze und hat gesagt: Ich habe mich an das Leben hier schon richtig gewöhnt“, erzählt Cadenbach.

Das Geheimrezept sei Ablenkung. Wenn sich Kinder nicht wohlfühlen, suchen die Betreuenden nach Möglichkeiten, sie zu beschäftigen. „Dann vergeht das Heimweh meist wie im Flug.“

Zu viel Kontakt mit Eltern kann Heimweh befeuern

Diese Erfahrung hat auch Nico Schmidt gemacht. Er ist Vorsitzender des Vereins Abenteuerschule der Naturfreunde in Baden-Württemberg. Es helfe, die Aufmerksamkeit des Kindes auf das zu lenken, was am Tag passiert ist. „Das bremst das Heimweh.“

Zudem empfehlen die Experten, den Kontakt zu den Eltern während der Zeit im Ferienlager möglichst gering zu halten. Denn kommt Heimweh auf und das Kind telefoniert etwa zu den Eltern „besteht die Gefahr, dass die Stimmung kippt und das Kind auf jeden Fall nach Hause will“, so Schmidt. Im übrigen könne man auch Ferien trainieren. So empfehle es sich, bevor mehrtägige Ferienfreizeiten anstehen, erst einmal eintägige Ausflüge zu testen.

Kuscheltier und Freunde helfen gegen Heimweh

Zudem sei es gut, die Kinder mit Freunden zusammen anzumelden. Und dazu könne ein flauschiger Freund helfen: das Kuscheltier. Vielen helfe es, ein Kuscheltier dabei zu haben. Wenn die Umgebung fremd ist und die Kinder zum ersten Mal in einem Zelt und auf einer Luftmatratze schlafen, sei es gut, etwas Vertrautes dabeizuhaben, erklärt Nico Schmidt.

Charlotte Cadenbach hat beobachtet, dass die Trennung während der Ferienfreizeit für Eltern oft schwieriger sei als für Kinder. Das merke man schon, wenn ihnen der Abschied morgens am Bus sehr schwerfalle. Wichtig sei, dass sie ihre eigenen Ängste nicht auf die Kinder übertragen, betont Schmidt. Dennoch sollten Eltern nicht ganz gleichgültig ihr Kind abliefern.

Wichtig sei in jedem Fall, dass es eine Art Notfallnummer gibt, unter der sich Eltern melden können, sagt Dennis Peinze, Geschäftsführer vom Bundesforum Kinder- und Jugendreisen. Denn: Die erste große Reise mit dem Kind kann gefährlich werden. (dpa/ac)