Allergie

Heuschnupfen? Das sind die besten Tipps für Pollenallergiker

Heuschnupfenkalender: In diesen Monaten fliegen die meisten Pollen

Pollenflugkalender

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Hasel, Birke, Gräser: Alles zur Linderung, zum Pollenflugkalender und zu neuen Apps für Allergiker.

Berlin.  Es kribbelt in der Nase, es juckt im Rachen, das Atmen fällt schwer, die Augen sind rot geschwollen – der Heuschnupfen quält. Etwa zwölf Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen, das sind etwa 15 Prozent der Bevölkerung.

Wenn Pollen nicht schon vorher Probleme gemacht haben, fängt für viele Allergiker mit den ersten sonnigen, warmen Tagen die Zeit der laufenden Nase an. Doch es gibt Linderung, wenn Hasel, Birke, Gräser und Co. in Blüte stehen. Wir haben ein Paar Tipps für Heuschnupfen-Patienten zusammengefasst:

• Die Krankheit ernst nehmen

Heuschnupfen sollte keineswegs auf die leichte Schulter genommen werden. „Es besteht die Gefahr, dass die Krankheit nicht auf die oberen Atemwege beschränkt bleibt“, warnt etwa die Techniker Krankenkasse (TK). Bei etwa 30 bis 40 Prozent der Betroffenen entwickele sich im Verlauf allergisches Asthma. Dies lasse sich jedoch durch eine frühzeitige Behandlung verhindern.

• Lüftungs-Verhalten anpassen

Um die Pollenbelastung in der Wohnung gering zu halten, raten Experten, die Fenster weitgehend geschlossen zu halten. Die Gelegenheit zum Lüften sollten Pollenallergiker nutzen, wenn es regnet oder bei Windstille, schreibt die Barmer GEK in ihrer Heuschnupfen-Broschüre.

Allerdings gibt es Einschränkungen: Ein kurzer, kräftiger Regenschauer kann den Pollenflug sogar noch verstärken, weil die Tropfen die Pollen am Boden aufschleudern.

Die Experten der TK raten, in der Stadt nur morgens, auf dem Land nur abends zu lüften. Dann sei die jeweilige Pollenkonzentration in der Luft jeweils am niedrigsten.

Wer auf regelmäßiges und ausgiebiges Lüften nicht verzichten will, sollte ein Pollenschutzgitter installieren. Solche Filter verringern die Pollenbelastung Herstellerangaben zufolge um bis zu 99 Prozent.

• Pollen aus dem Schlafzimmer fernhalten

Um einen gesunden und erholsamen Schlaf nicht zu gefährden, sollten vor allem im Schlafzimmer die Fenster geschlossen gehalten werden. Vor dem Zu-Bett-Gehen sollten Allergiker die Haare waschen oder in einem anderen Zimmer kräftig ausbürsten, damit sie die Pollen, die sich tagsüber im Haar gesammelt haben, nicht auf Kopfkissen und Bettwäsche übertragen.

Auch das Umkleiden sollte in einem anderen Zimmer, beispielsweise im Bad, erfolgen. Denn auch an der Kleidung haften in der Regel Pollen, die mit ihr ins Schlafzimmer getragen werden. Wer sich mit jemandem das Schlafzimmer teilt, sollte auch den Partner bitten, sich an diese Regeln zu halten.

• Sport im Freien vermeiden

Zur Hauptblüte der jeweiligen Pollen sollten sich Allergiker insgesamt möglichst wenig im Freien aufhalten, aber vor allem anstrengende Tätigkeiten draußen vermeiden. Denn durch kräftigere Atemzüge geraten mehr Pollen in die Luftwege und führen zu Problemen.

• Pollenbelastung im Auto gering halten

Autofahrer sollten nicht bei geöffnetem Fenster fahren und auch möglichst die Lüftung abschalten. Alternativ können sie spezielle Pollenfilter einbauen lassen. Diese müssen regelmäßig erneuert werden.

• Urlaub bewusst planen

Auch Flucht vor den lästigen Pollen kann helfen. Wenn möglich sollte Urlaub während der Heuschnupfen-Hochsaison geplant werden, um die Leidenszeit zu verkürzen. Die Reise sollte in Gebiete mit geringer Pollenbelastung führen. Besonders eignen sich Insel-, Küsten-, Gebirgs- oder Wüstenurlaube.

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Vorsichtig sollten Eschenpollen-Allergiker jedoch bei Urlaub am Mittelmeer sein, warnt die Barmer GEK. „Wer auf Eschenpollen überempfindlich reagiert, verträgt oft auch Olivenpollen nicht“, heißt es in ihrer Broschüre. Und Oliven gehörten schließlich zur typischen Flora in Urlaubsgebieten am Mittelmeer.

• Pollenkalender beachten

Wer Medikamente gegen Heuschnupfen-Symptome einnimmt, sollte im Idealfall schon vorbeugend zu ihnen greifen und mit der Einnahme beginnen, kurz bevor die Pollen fliegen. Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst hat auf ihrer Internetseite einen Pollenflugkalender veröffentlicht.

Auch Pollenflug-Apps können Allergikern wichtige Hinweise geben. Die TK stellt für Android- und iOS-Nutzer etwa die Allergie-App „Husteblume“ zur Verfügung.