Im Küchenstudio die fiktiven Wege und Vorgänge ausprobieren

Kurze Wege, schneller Zugriff - was bei der Planung wichtig ist

Die Planung einer Küche braucht Zeit. Ein Raum, der oft das Zentrum der Wohnung ist, sollte sich nicht ausschließlich an optischen Gesichtspunkten orientieren. Zudem gilt: Das Wichtigste muss für alle Bewohner gut und einfach zu erreichen sein. So ist der Grundriss entscheidend für die grobe Planung der einzelnen Elemente. Bietet er Platz für ein frei stehendes Kochcenter, eventuell in Kombination mit zwei, drei Essplätzen? Oder soll eventuell ein alter Esstisch den Mittelpunkt der Küche bilden? Achtung: Bei falscher Anordnung läuft man immer um den Tisch herum.

Überdies ist genügend Stauraum einzuplanen, denn nur so sehen offene Küchen aufgeräumt aus. In großen Küchen wird der leichte Zugriff durch tiefe Schubladen vereinfacht, in kleinen kommt man um Hängeschränke kaum herum, was bei Benutzern unterschiedlicher Größe kompliziert werden kann. Eine große Arbeitsfläche und genügend Steckdosen, blendfreies, helles Licht zum Arbeiten und warmes Licht am Tisch sollten ebenfalls bedacht werden.

Auf mindestens einer Seite neben der Kochstelle empfiehlt sich eine ausreichende Arbeitsfläche zum Zubereiten, Pfannen abstellen und zum Soßenrühren während des Kochens. Auch das Material der Arbeitsplatte sollte je nach Pflegeaufwand bedacht werden: Holz sollte alle paar Wochen, Granit einmal jährlich behandelt werden. Glas muss täglich geputzt werden, und Beton bekommt mit der Zeit Patina - auch Flecken genannt.

Rechts und links neben der Spüle sollte genügend Platz für schmutziges Geschirr auf der einen und abgespültes auf der anderen Seite sein. Wer nach jedem Abwasch fünf Schritte mit tropfendem Geschirr zum Esstisch laufen muss, hat falsch geplant. Vorsicht bei den Ecken: Hier kommen sich Auszüge und Schubladen schnell in die Quere.

Der Kühlschrank sollte gut erreichbar sein und nicht hinter einer Säule stehen. Am besten probiert man im Küchenstudio an den verschieden kombinierten Ausstellungsstücken einige Male die fiktiven Arbeitsvorgänge und Wege aus.