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Das Notebook gibt den Geist auf - was nun?

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Ein neues gerät ist nicht immer nötig: Reparieren statt kapitulieren lautet die Devise. Spezielle Dienstleister haben Angebote darauf abgestellt.

Hamburg. Das Powerbook streikt. Ausgerechnet am Sonnabend gibt der mobile Rechner seinen Geist auf. Für Sven-Olaf Peeck, der sein Geld als Berater für Online-Marketing verdient, ist das ein Problem. "Reparatur und zwar so schnell wie möglich", ist Peecks erste Reaktion. Sie ist jedoch schnell verworfen, denn eine kurze Durchsicht beim Apple-Händler bringt die Diagnose: Schaden auf der Hauptplatine, dem sogenannten Mainboard. Die Kosten allein dafür liegen bei 700 Euro. Der Händler rät zu einem neuen Gerät.

"Reparaturkosten in dieser Höhe sind außerhalb der Garantiezeit eigentlich immer ein wirtschaftlicher Totalschaden", sagt Diplom-Kaufmann Peeck. Trotzdem bleibt er der Marke treu. Der neue Rechner ist nach zwei Stunden einsatzbereit, die alten Daten vom Back-up auf den neuen Rechner überspielt.

Diese Episode unterstreicht, wie wichtig die Datensicherung ist. Denn der Wert der Daten kann, wenn der Rechner beruflich genutzt wird, leicht den Preis der Hardware übersteigen. Als Alternative oder Ergänzung zu einem Back-up auf einer externen Festplatte bieten sich neuerdings auch Online-Speicher an. In der Kreativszene ist "Dropbox" weit verbreitet. Dieses Programm gibt es für alle Betriebssysteme. Der Clou besteht darin, dass das Programm immer eine aktuelle Version der Daten in der sogenannten "Cloud" speichert. Bei Dropbox sind das die Rechenzentren des Internetkaufhauses Amazon. Von Daten, die auf der eigenen Festplatte im Dropbox-Ordner liegen, gibt es also immer automatisch eine verschlüsselte Sicherungskopie auf professionellen Servern.

Der kostenlose Online-Speicherplatz bei Dropbox beträgt zwei Gigabyte. Will man mehr, muss man zahlen. Kostenlose und kostenpflichtige Online-Speicherlösungen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Erwähnenswert ist die Lösung von Microsoft. Zum einen, weil der kostenlose Online-Speicher (SkyDrive) satte 25 Gigabyte groß ist. Zum anderen bietet der Software-Riese kostenlose Rumpfversionen seiner Office-Programme an.

Doch ist der oben beschriebene Neukauf eines mobilen Rechners wegen eines Mainboard-Defektes wirklich der Weisheit letzter Schluss? "Meist werden Mainboards ausgetauscht oder Rechner verschrottet, die wir für 100 bis 150 Euro reparieren können", sagt Alexander von Appen, Gründer und Inhaber der Firma Notebook Reparatur Hamburg. Neben der Firma Justcom gehört von Appens Reparaturteam zu den ganz wenigen Adressen in Norddeutschland, die Reparaturen auf dem Mainboard in eigener Werkstatt ausführen. Wo andere den Rechner verschrotten und zum Neukauf raten, greifen die Mitarbeiter zu Spezialwerkzeug und Lötkolben. Sie reparieren, wo andere kapitulieren.

"Es wird entschieden zu viel weggeschmissen", sagt von Appen. In den meisten Fällen sind die Service-Partner der Hersteller auch Händler, wie bei Apple. Da gibt es dann immer ein natürliches Interesse, ein neues Gerät zu verkaufen. Sowohl von Appen als auch sein Wettbewerber Daniel Obertaxer von Justcom verkaufen keine Computer, sondern beschränken sich auf deren Reparatur und Wartung.

Zum Service gehört bei beiden eine schnelle und kostenlose Diagnose. "In 85 Prozent der Fälle können wir auf Anhieb sagen, was eine Instandsetzung kosten wird und wie lange es dauert", sagt von Appen. Neben Instandsetzungen hat von Appen auch Wartungsdienstleistungen im Angebot.

Am häufigsten nachgefragt ist tatsächlich die professionelle Notebook-Reinigung und Durchsicht für 45 Euro. "Besonders die Damen stellen das Notebook gern auf das Bett, wie es in der Werbung oft zu sehen ist", sagt der Fachmann. "Das ist jedoch für den Rechner gar nicht gut. Denn der Computer saugt mit seinem Kühlsystem Staub an. Der Rechner verschmutzt im Innern und wird permanent zu heiß. Damit sinkt die Lebensdauer der meisten Bauteile. Eine saubere Standfläche ist daher immer am besten", rät der Experte von Appen.

Auch für das typische Symptom eines mit der Zeit immer langsamer werdenden Rechners hat er eine Lösung: "Viele unsere Kunden bringen uns ihren Computer vorbei, bevor sie in den Urlaub starten. In den meisten Fällen vereinbaren wir eine Obergrenze von 80 Euro. Manchmal hilft etwas mehr Arbeitsspeicher für 30 oder 50 Euro. In anderen Fällen korrigieren wir ein paar Einstellungen. Nach dem Urlaub läuft der Rechner dann wieder rund."