Geliebt & Unvergessen

In Erinnerung an den Linken-Politiker Robert Jarowoy

Lesedauer: 2 Minuten

Foto: Roland Magunia

Der Altonaer starb am 21. September im Alter von 67 Jahren. Im Podcast "Geliebt & Unvergessen" erinnert Wolfgang Ziegert an ihn.

Hamburg. Freiheit und Gerechtigkeit – das waren seine großen Lebensthemen. Die neue Folge des Abendblatt-Podcasts „Geliebt & Unvergessen“ erinnert an den Altonaer Linken-Politiker Robert Jarowoy, der am 21. September im Alter von 67 Jahren starb.

Wolfgang Ziegert, stellvertretender Fraktionschef der Linken in Altona und ehemaliger Lehrer am Hamburger Wirtschaftsgymnasium, würdigt den Buchautor, Politiker und Bio-Käsehändler als einen Menschen, der von einem tiefen Freiheitsbewusstsein geprägt war: „Wir sind geboren, um frei zu sein.“ Was Unfreiheit bedeutet, hatte Jarowoy in den 1970er-Jahren selbst erlebt: Er verbüßte wegen seiner Mitgliedschaft in der links-terroristischen Vereinigung „Bewegung 2. Juni“ eine sechsjährige Haftstrafe.

Jarowoy war als junger Mann in Haft

Vier Jahre davon saß der Anarchist in Isolationshaft. „Er hat diese Zeit genutzt, um viel zu lesen und zu schreiben. Das Schreiben gab ihm die Freiheit, sich aus den Verhältnissen herauszulösen“, sagt Wolfgang Ziegert im Abendblatt-Podcast. Jarowoy war wegen mehrerer Raubüberfälle verurteilt worden und sagte später, was er als junger Mensch getan habe, würde er heute nicht wiederholen.

Nach der deutschen Wiedervereinigung trat der Hamburger Aktivist in die SED-Nachfolgepartei PDS ein – und damit in die spätere Linkspartei. Bis kurz vor seinem Tod leitete er die Altonaer Linken-Fraktion, plädierte immer wieder für demokratische Prinzipien, Bürgerbeteiligungen und nahm an zahlreichen Demonstrationen teil. Die Freiheit des kurdischen Volkes habe ihm besonders am Herzen gelegen, sagt Ziegert.

Dass Jarowoy auch ein Genussmensch war, zeigt seine berufliche Biografie. Er hatte sich in einer Genossenschaft auf den Handel mit Biolebensmitteln und Bio-Käse spezialisiert. „Es war eine Lust, seinen Käse zu essen und dazu sein Käseblättchen zu lesen“, sagt Ziegert. Denn regelmäßig schrieb Jarowoy passend zu den einzelnen Käsesorten nachdenkliche, heitere, informative Texte. Freiheit und Gerechtigkeit – das waren seine großen Lebensthemen.

( HA )