Geliebt & Unvergessen

Batz über Klaus Francke: "Unbeirrbar und trotzdem tolerant"

Lesedauer: 2 Minuten
Klaus Francke (hier bei der Eröffnung des Museums im Mahnmal St. Nikolai), langjähriger CDU-Politiker und Vorsitzender des Fördervereins des Mahnmals St. Nikolai.

Klaus Francke (hier bei der Eröffnung des Museums im Mahnmal St. Nikolai), langjähriger CDU-Politiker und Vorsitzender des Fördervereins des Mahnmals St. Nikolai.

Foto: Bodo Marcks / dpa

Im Abendblatt-Podcast "Geliebt & Unvergessen" spricht der Lichtkünstler über den verstorbenen Retter des Mahnmals St. Nikolai.

Hamburg. "Er war streitbar in der Sache, unbeirrbar und trotzdem tolerant.“ Mit diesen Worten würdigt der Hamburger Lichtkünstler Michael Batz den kürzlich verstorbenen Hamburger CDU-Politiker Klaus Francke. Im Abendblatt-Podcast „Geliebt & Unvergessen“ erinnert Batz an das Lebenswerk jenes Hamburgers, der als einer der Retter des Mahnmals St. Nikolai im Herzen der Hansestadt gilt.

Der CDU-Politiker hatte den Vorstands-Posten im Förderverein Mahnmal St. Nikolai nach dem Abtritt von Ivar Buterfas im Jahr 2005 übernommen und bis zu seinem Tod ausgeübt. In der Vorstandsarbeit lernten Michael Batz und Klaus Francke, der mehr als 20 Jahre für die CDU im Deutschen Bundestag saß, einander kennen und schätzen.

Michael Batz: "Francke war nie doktrinär"

Batz berichtet im Podcast darüber, wie der junge Klaus die durch die Bombenangriffe im Jahr 1943 schwer zerstörte Stadt erlebte. „Diese Erinnerung hat ihn nie verlassen“, sagt er. Die Schrecken des Krieges und der NS-Diktatur seien für ihn zum Impuls geworden, sich für eine demokratische Gesellschaft und gegen das Vergessen einzusetzen.

Als Vorstandsvorsitzender des Förderkreises Mahnmal St. Nikolai, dessen Kirchturm den anglo-amerikanischen Bomberpiloten als Zielpunkt diente, habe Klaus Francke stets Sachkenntnis bewiesen und dieses Amt mit viel Energie ausgeübt, sagt Michael Batz. „Er war nie doktrinär, sondern von der Bereitschaft zur Vermittlung und Verständigung geprägt, gerade im Blick auf das deutsch-polnische Verhältnis“, so Michael Batz, Vorstandsmitglied im Förderverein.

Franckes letzter Auftritt: Der Jahrestag der Befreiung

Seinen letzten großen Auftritt hatte der 83 Jahre alte Francke am 9. Mai dieses Jahres im Mahnmal bei der Gedenkveranstaltung zum Kriegsende vor 75 Jahren. Sie fand wegen der Corona-Pandemie ohne Publikum statt, wurde aber live in den elektronischen Medien übertragen.

Francke, erzählt Michael Batz im Abendblatt-Podcast, habe auf eindrucksvolle Weise betont, dass der Tag der Befreiung auch der Beginn des Aufbaus eines freien demokratischen Rechtsstaates gewesen sei. Mit seinem jahrzehntelangen Engagement habe sich der vielfach geehrte Bürgerschafts- und Bundestagsabgeordnete um Hamburg und Deutschland verdient gemacht.