Geliebt & Unvergessen

Hermann Rieger – vom Masseur zum Vereinsidol

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Der verstorbene HSV-Kultmasseur Hermann Rieger (l.) an der Seite des früheren Abwehrspieler Joris Mathijsen.

Der verstorbene HSV-Kultmasseur Hermann Rieger (l.) an der Seite des früheren Abwehrspieler Joris Mathijsen.

Foto: Witters

Im Abendblatt-Podcast Geliebt & Unvergessen spricht Fanclub-Präsident Norbert Hadeler über das HSV-Urgestein Hermann Rieger.

Hamburg. Das erste Treffen mit Hermann Rieger ist ein großer Zufall. Norbert Hadeler ist auf dem Weg in die HSV-Geschäftsstelle, damals, 1994 noch am Rothenbaum, um einen neuen Fanclub anzumelden. Und wer hält just in diesem Moment mit dem VW-Bus der Jugendmannschaft vor dem Gebäude an der roten Ampel? „Hermann“, ruft Norbert Hadeler ihm von der Straße aus durch das offene Autofenster zu, „wir wollen einen Fanclub in deinem Namen gründen.“ „Ja, Burschi, hab ich schon gehört“, ruft Hermann Rieger zurück. Der Beginn einer außergewöhnlichen Fangeschichte – und einer ganz besonderen Freundschaft.

Hermann Rieger, Kult-Masseur und HSV-Urgestein, starb am 18, Februar 2014. Doch seine Fans halten ihn weiter in Ehren. In der neuen Folge des Abendblatt-Podcasts „Geliebt & Unvergessen“ erzählt Norbert Hadeler, der Präsident des Fanclubs „Hermann’s treue Riege“, wie ausgerechnet ein Bayer, der in den Bergen aufwuchs, zum Vereinsidol geworden ist.

„Hermann war seit 1978 beim HSV, im Gegensatz zu Spielern hat er den Club nie gewechselt, er war die Konstante“, sagt Hadeler. „Und er hatte für jeden ein offenes Ohr. Egal, wo man ihn angesprochen hat, er hat sich immer Zeit genommen. Er hat alle in seinen Bann gezogen, mit ganz einfachen Mitteln.“

Hermann Rieger kümmerte sich um andere

Das galt auch für die Spieler. Rieger sei eine Vertrauensperson gewesen, der man alles erzählen konnte. Und zwar zu jeder Uhrzeit. „Wenn wir telefonieren wollten, Hermann und ich, dann war das nach Feierabend“, sagt Hadeler. „Und nach Feierabend, das war oftmals Mitternacht. Auch um 23 Uhr konnte noch jemand zu ihm kommen und wurde von ihm fit gemacht.“

Hermann Rieger habe sich immer um andere gekümmert und sei oft zu bescheiden gewesen, um selbst Hilfe anzunehmen. Wie es trotzdem dazu kam, dass Rieger während seines langen Kampfes gegen den Krebs zu Hadelers Familie nach Alfstedt bei Bremervörde zog und dort nach dem Tod seiner Frau wieder ein Zuhause fand, erzählt Hadeler im Gespräch mit Redakteurin Jule Bleyer. „Er hat unsere Kinder zur Kita gebracht und ist noch einmal richtig aufgeblüht. Es war eine wunderbare Zeit.“