"Geliebt & Unvergessen"

Der Journalist Peter Kruse war ein Berliner Hanseat

Mit Erinnerungen von Weggefährten, die als Podcast dauerhaft abrufbar sind, möchte das Hamburger Abendblatt verstorbene Hamburger würdigen.

Mit Erinnerungen von Weggefährten, die als Podcast dauerhaft abrufbar sind, möchte das Hamburger Abendblatt verstorbene Hamburger würdigen.

Foto: Hamburger Abendblatt

In der neuen Podcast-Folge erzählt Berndt Röttger vom früheren Chefredakteur des Hamburger Abendblatts.

Hamburg hat politisch spannende Wochen hinter und mit der Regierungsbildung noch vor sich. Eine Zeit, die ganz nach Peter Kruses Geschmack gewesen wäre. Der frühere Chefredakteur des Hamburger Abendblatts war ein leidenschaftlicher Journalist, der sehr viel Spaß an Meinung und an politischer Diskussion hatte, der die intellektuelle Auseinandersetzung liebte – und dem auch die Politiker der Stadt stets Gehör geschenkt haben. In der neuen Folge des Abendblatt-Podcasts „Geliebt & Unvergessen“, in dem Weggefährten verstorbener Hamburger gedenken, erinnert Berndt Röttger, heute stellvertretender Chefredakteur des Abendblatts, an den großen Zeitungsmann.

„Peter Kruse war der gebildetste Journalist, den ich jemals kennengelernt habe“, sagt Berndt Röttger im Gespräch mit Redakteurin Jule Bleyer. „Ein Mann, der aber gleichzeitig sehr ruhig war, der sich nie in den Vordergrund gedrängt hat, der sehr bescheiden auftrat. Er hat einen wahnsinnig motiviert.“ Röttger wurde als Jungredakteur von Kruse eingestellt, danach arbeiteten beide fast 15 Jahre lang zusammen.

Zahlreiche bedeutende Ereignisse

In diese Zeit fielen zahlreiche bedeutende Ereignisse, unter anderen der Fall der Mauer, dem Kruse als gebürtiger Berliner stets entgegengefiebert hatte – und von dem er durch einen unglücklichen Umstand zunächst nichts mitbekam. „Peter Kruse war an diesem Tag in Berlin bei einem Termin im Verlag und saß zu dem Zeitpunkt am Flughafen und wartete auf seinen Rückflug nach Hamburg“, erzählt Röttger. Als Kruse in Hamburg ankam, war die Mauer offen. „Er ist dann am nächsten Tag sofort wieder zurückgeflogen und hat vor Ort mitrecherchiert, berichtet und das Blatt des Tages geplant.“

Kruse, der im November vergangenen Jahres im Alter von 81 Jahren starb, blieb im Herzen Berliner, galt aber zugleich als Prototyp des Hanseaten. Im Podcast erzählt Berndt Röttger, wie gut Kruse und Hamburg zusammengepasst haben, was der ehemalige Chefredakteur und Herausgeber mithilfe des Abendblatts in Hamburg bewegen konnte und warum der damalige Bürgermeister Henning Voscherau sich mit ihm über die Hafenstraße wie auch über die HafenCity ausgetauscht hat. Und es geht darum, wie Kruse das Abendblatt selbst mitgestaltet hat.

Wandel von der Abend- zur Morgenzeitung

„In seine Zeit fiel unter anderen der Wandel von der Abend- zur Morgenzeitung, es gab große strukturelle Veränderungen, zum Beispiel wurde der Hamburg-Teil größer, und es wurde mehr Wert auf politische Berichterstattung gelegt“, sagt Röttger. Kruse habe seinen Kollegen in der Redaktion aber auch viele Freiräume gelassen und so mit dafür gesorgt, dass sich das Abendblatt in den Jahren nach 1989 richtig entfalten konnte. „Damit hat er die Zeitung bis heute geprägt.“

Das Abendblatt möchte mit Erinnerungen von Weggefährten, die als Podcast dauerhaft abrufbar sind, verstorbene Hamburger würdigen. Die Folgen von „Geliebt & Unvergessen“ finden Sie unter: www.abendblatt.de/podcast.