Hollywood: Leinwandlegende gestorben

Paul Newman erlag Krebsleiden

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Der legendäre Hollywood-Schauspieler Paul Newman ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Newman, der in seinen letzten Lebensmonaten an Lungenkrebs litt, starb am Freitag, wie seine Stiftung am Sonnabend mitteilte.

New York. "Unser Freund Paul Newman wird uns fehlen. Aber wir hatten das Glück, diesen bemerkenswerten Menschen kennenzulernen", hieß es in der Erklärung. Newman, der Hollywood-Beau mit den stechend blauen Augen, zählte jahrzehntelang zu den populärsten und erfolgreichsten Filmschauspielern weltweit. Weltberühmt wurde er durch seine Rollen in den Klassikern "Die Katze auf dem heißen Blechdach" (1958) oder "Butch Cassidy und Sundance Kid" (1969).

In seiner mehr als ein halbes Jahrhundert währenden Karriere spielte Newman in mehr als 50 Kinofilmen mit, darunter große Erfolge wie "Haie der Großstadt" (1961) oder "Der Clou" (1973). Für seine Rolle in Martin Scorseses Film "Die Farbe des Geldes" (1986) erhielt er den Oscar als bester Hauptdarsteller; zuvor hatte Newman die begehrte Trophäe bereits für sein Lebenswerk bekommen. Vielen Fans galt der Darsteller, der jugendliche Rebellen ebenso überzeugend spielte wie großherzige Trunkenbolde und unmoralische Opportunisten, als der schönste Schauspieler überhaupt: 1990 kürte ihn das People Magazine zu einem der 50 betörendsten Menschen der Welt; das britische Empire Magazine nahm ihn 1995 in die Liste der erotischsten Stars der Filmgeschichte auf.

Paul Leonard Newman kam am 26. Januar 1925 in Shaker Heights im US-Bundesstaat Ohio als Spross einer Mittelklassefamilie zur Welt. Im Zweiten Weltkrieg wollte er Kampfpilot der Marine werden, doch verhinderte seine Farbenblindheit diese Karriere. Stattdessen war er als Funker auf Kriegsschiffen im Pazifik im Einsatz. Nach dem Krieg besuchte er eine Schauspielschule in New York und bekam dort anschließend seine ersten Bühnenengagements.

Beinahe wäre seine Karriere, in der er mehr erreichte als die meisten Hollywoodstars, nach dem ersten Film zu Ende gewesen. Seinen Auftritt als griechischer Sklave in dem Film "Der silberne Kelch" (1954) fand er selbst so miserabel, dass er eine große Anzeige schaltete, in der er sich öffentlich dafür entschuldigte. Der große Erfolg kam dann jedoch vier Jahre später an der Seite von Elizabeth Taylor mit "Die Katze auf dem heißen Blechdach" (1958), in dem er einen alkoholsüchtigen ehemaligen Football-Star spielte. Mit "Butch Cassidy und Sundance Kid" (1969) schaffte es Newman dann endgültig in die Riege der Weltstars.

Newman, der in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Joanne Woodward verheiratet war und sechs Kinder hatte, war nicht nur als Schauspieler tätig, sondern frönte auch seiner Leidenschaft für den Rennsport. 1979 gewann er beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans den zweiten Platz. Auf gesellschaftlicher und politischer Bühne engagierte er sich für gesunde Ernährung und in den Wahlkämpfen mehrerer Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten. Zwei Jahre vor seinem Tod sagte Newman einmal, die größte Auszeichnung sei es für ihn gewesen, auf der Liste der Feinde des republikanischen Präsidenten Richard Nixon gestanden zu haben.

( afp )