Rumänien:

Camper durch Bären schwer verletzt

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Nachdem die Bergwacht ihn stabilisiert und ins nächste Krankenhaus gebracht hatte, ist der Mann, der vermutlich aus Hamburg kommt, außer Lebensgefahr. Das Tier wurde offenbar durch Lebensmittel-Vorräte im Zelt angelockt.

Bukarest. Ungebetener Besuch von einem Bären überraschte drei Touristen aus Norddeutschland nachts beim Camping in Rumänien. Dabei wurde ein 26 Jahre alter Mann, der vermutlich aus Hamburg kommt, von dem Tier angegriffen und schwer verletzt. Er habe mit zwei Freunden in den Südkarpaten an einer verbotenen Stelle gezeltet, berichtete ein Behördensprecher. Das Zelt sei bei dem Angriff in der Nacht komplett zerstört worden. "Der Bär hat es zerrissen und den Touristen schwer verletzt, indem er ihm mit der Tatze an einem Bein und den Kopf erwischte." Der Verletzte wurde den Angaben zufolge in ein Krankenhaus in Bukarest gebracht, sein Zustand sei stabil. Die anderen beiden Deutschen kamen unverletzt davon.

Die Männer zelteten den Angaben zufolge an einer Stelle, an der wegen häufiger überraschender "Tierbesuche" eigentlich Camping verboten ist. Erst vor kurzem hatten Bären dort zwei Touristenzelte zerstört, ohne dass es Verletzte gab. Die Kameraden des Opfers beklagten, dass die entsprechenden Schilder nicht auf Deutsch vor der Gefahr warnten. Der Bär wurde offenbar von den Nahrungsmitteln der Deutschen angezogen. Er ließ sich nach Ankunft der Retter erst nach einer geraumen Weile durch Warnschüsse in die Luft und Lichtstrahler vertreiben.

In den Karpaten kam es zuletzt immer wieder zu Zwischenfällen mit Braunbären. Erst vor zwei Wochen wurde eine Bärin von Jägern zur Strecke gebracht, weil sie einen jungen Mann zerfleischt haben soll. Insgesamt leben in den Karpaten schätzungsweise 7500 Bären. Wiederholt drangen die Vierbeiner auf der Suche nach Freßbarem in menschliche Siedlungen vor. Insbesondere in den Südkarpaten haben sie keine Scheu vor Menschen und greifen häufiger an. Im Mai war eine Bärin mit ihrem Jungen in Brasow sogar bis in die dritte Etage eines Wohnhauses gelangt. In der Karpatenstadt Brasov kämpfen die Behörden geradezu gegen eine Bärenplage, weil die Tiere systematisch in den Mülltonnen nach Nahrung suchen. Erst vor kurzem wurde dort ein Mann von einem Bären getötet.

( abendblatt.de )