Mordverdacht: 36-Jähriger manipulierte an Gasleitung

Seupel verweigert die Aussage

Gestern Abend ging der mutmaßliche "Gas-Attentäter" Michael Seupel den Fahndern ins Netz. Die Hintergründe der Tat liegen noch im Dunkeln.

Hamburg/Berlin. Der wegen Mordversuchs in mehreren Fällen gesuchte 36 Jahre alte Michael Seupel ist in Hamburg gefasst worden. Beamte der Bereitschaftspolizei nahmen ihn am späten Dienstagabend um kurz nach 23 Uhr auf einer Parkbank nahe dem Bismarckdenkmal auf St. Pauli fest. Passanten hatten ihn in der Grünanlage erkannt. Der Mann ließ sich widerstandslos abführen und ins Hamburger Untersuchungsgefängnis bringen, wie die Polizei der Hansestadt berichtete. Ein Ermittlungsrichter sollte ihm noch am Mittwoch den Haftbefehl verkünden.

Nach dem 36-Jährigen war öffentlich gefahndet worden, weil er am Freitag vergangener Woche in einer Wohnung in der Dunckerstraße in Berlin-Prenzlauer Berg an der Gasleitung manipuliert haben soll. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Festgenommene das Gas absichtlich ausströmen ließ, um eine Explosion zu verursachen und das Mehrfamilienhaus zu zerstören. Für die Bewohner bestand akute Gefahr.

Die Hintergründe der Tat liegen noch im Dunkeln. Bislang verweigere der Festgenommene in seinen Vernehmungen alle Angaben zur Sache, teilten die Berliner Staatsanwaltschaft und Polizei mit.

Berliner und Hamburger Zivilfahnder hatten herausgefunden, dass sich der 36-Jährige in der Nacht zum Sonnabend nach Hamburg abgesetzt hatte. Warum er sich in der Hansestadt aufhielt, blieb zunächst unklar. In den nächsten Tagen solle er den Berliner Behörden überstellt werden, sagte ein Polizeisprecher.

Vor seiner Festnahme war der 36-Jährige zuletzt am Sonntag in St. Pauli und im Schanzenviertel gesehen worden. Die Behörden bezeichnen ihn als sehr gewalttätig. Er sei bislang mit Sachbeschädigungen und Körperverletzungen polizeilich in Erscheinung getreten.

( dpa )