Fall Jessica Kniesche: Hamburger Christian G. mit Opfer in der Bank in Stade gefilmt

Hat der Frauenmörder von Marl auch sie getötet?

Überraschende Entwicklung im Fall der toten Jessica Kniesche aus: Christian G. aus Hamburg-Eißendorf, der geständige Frauenmörder von Marl, hat möglicherweise auch Jessica Kniesche übers Internet kennengelernt und diese getötet.

Mit seinem 39 Jahre alten Opfer Regina B. in Marl hatte sich der 27-jährige Christian G. über einen Computer-Chatroom verabredet. Danach geschah laut seinem eigenen Geständnis die Tat. Ganz parallel scheint der norddeutsche Fall zu liegen: Die in Stade getötete 26-Jährige Jessica Kniesche aus Berlin habe mit dem Täter von Marl Kontakt ebenfalls über einen Chatroom gehabt, teilte die Staatsanwaltschaft Essen am Freitag mit.

In Marl hatte der Hamburger nach eigener Aussage Mitte Juni die 39-Jährige Regina B. besucht, mit ihr in ihrer Wohnung gestritten und sie an einer Autobahnauffahrt erstochen. Anschließend stahl er in der Wohnung einige Gegenstände und fuhr mit dem Zug nach Hamburg zurück. Zeugenhinweise führten auf seine Spur.

Ob der Mann auch Anfang Juni die 26-jährige Berlinerin in Stade umgebracht hat, ist noch nicht geklärt. Bei der Obduktion der Leiche habe laut Polizei wegen des hohen Verwesungsgrades ein Gewaltverbrechen nicht festgestellt werden können. Der Hamburger und die Berlinerin waren am 5. Juni in Stade in einer Bank gefilmt worden. Zwei Wochen später wurde die Leiche auf einer Wiese am Rande von Stade gefunden.

Ein Landwirt, der eine Wiese mähen wollte, hatte die stark verweste Leiche entdeckt. Die Ermittler fanden nach der Identifizierung heraus, dass sich die arbeitslose Frau viel in Internet-Chats aufhielt. Dort benutzte sie Fantasienamen und suchte auf diesem Weg Bekanntschaften im norddeutschen Raum. Zeitweise lebte sie in der Region Wischhafen. Die Frau habe in den Chats aber auch falsche Angaben zu ihren tatsächlichen Lebensverhältnissen gemacht.

Die Essener Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen federführend übernommen. Der Verdächtige sitzt in NRW in Untersuchungshaft und konnte noch nicht zum Stader Fall vernommen werden. Sein Anwalt müsse noch verständigt und mit Unterlagen versorgt werden.