Mecklenburg-Vorpommern: Freizeitprojekt "Snow Fun Park"

Wittenburg: Skihallen-Betreiber pleite

Mangelnde Auslastung Europas größter Skihalle und fortwährende Auseinandersetzungen mit dem Kreditgeber haben für Investor Hans-Gerd Hanel erste Konsequenzen.

Hamburg. Mangelnde Auslastung des "Snow Fun Parks" im mecklenburgischen Wittenburg an der A 24 und fortwährende Auseinandersetzungen mit dem Kreditgeber haben für Investor Hans-Gerd Hanel erste Konsequenzen. Der Hamburger Kaufmann, der den Bau der Skihalle im Kreis Ludwigslust vorangetrieben hatte, stellte Insolvenzantrag für die von ihm geführte Holding. Der Schritt sei notwendig geworden, da hohe Abschreibungen zu einer "bilanziellen Überschuldung" führten, erklärte Hanel zu einem Bericht der "Ostsee-Zeitung".

Er wies aber die Darstellung zurück, dass die Skihalle, an der die Holding 13 Prozent halte, vor dem Aus stehe. "Solche Freizeitprojekte brauchen drei Jahre, um sich zu etablieren." Seit Dezember 2006 hat die nach Betreiberangaben größte Skihalle Europas geöffnet.

Das insgesamt 74,3 Millionen Euro schwere Projekt wurde vom Land Mecklenburg-Vorpommern mit 17,4 Millionen Euro unterstützt. Laut "Ostsee-Zeitung" hielt das Landesförderinstitut (LFI) im Herbst 2007 wegen der prekären Finanzlage der Skihalle eine letzte Tranche in Höhe von 1,4 Millionen Euro zurück. Denn bereits bald machten sich vor allem wochentags die Besucher rar. Statt 900 000 Besucher kamen nur knapp 600 000 Ski-Begeisterte nach Wittenburg. Die Verantwortlichen reagierten auf die Auslastungsprobleme, indem sie den Skipark zeitweilig montags und dienstags schlossen. Mittlerweile wurden bereits 50 Mitarbeiter gekündigt.

Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) sagte der "Ostsee-Zeitung", dass es Kaufinteressenten für den Skipark gebe. Ziel sei, "den Betrieb durchgängig aufrecht zu erhalten und Arbeitsplätze zu sichern". Laut "Ostsee-Zeitung" sei die holländische Van der Falk-Gruppe, die weltweit über 100 Hotels betreibt, am Kauf der Skihalle interessiert. 231 Beschäftigte müssen um ihre Jobs fürchten.