Leserreaktionen: Rauchverbot - Ihre Erfahrungen

| Lesedauer: 11 Minuten

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Nichtraucherschutzgesetz gemacht?

Gesundheitshysterie Rauchverbot? Find ich blöd! Ich habe mein Leben lang nicht geraucht, aber bei dieser Gesundheitshysterie (und man muß sich neuerdings von Leuten, die MIT DEM AUTO zur Kneipe fahren, blöde Sprüche über Gesundheit und frische Luft anhören. Daß solche Leute an mir vorbeifahren und meine Luft verpesten, kann ich nicht verhindern und der sonst so verbotsfreudige Staat macht auch keinen Versuch, mich zu beschützen, in welche Kneipe ich gehe, kann ich mir immerhin aussuchen) kriege ich große Lust, aus purem Trotz damit anzufangen. Beruflich und aus Familiengründen bin ich viel in Norwegen, und dort haben fast alle meine Lieblingskneipen aufgrund des Rauchverbotes pleite gemacht - wer garantiert, daß das hier nicht auch passiert? Und selbst, wenn nicht - die Gemütlichkeit ist weg, kein langes, ununterbrochenes Gespräch ist mehr möglich, keine Geschichte, die länger als 3 Minuten dauert, kann erzählt werden, weil immer irgendwer zum Rauchen vor die Tür gehen muß ... Kneipenbesuche machen keinen Spaß mehr, und das verdanken wir zum großen Teil diesen idiotischen Regelungen.
Gabriele Haefs, Hamburg, Per Mail

Zweierlei Maß Am 5. März 2008 waren meine Frau und ich Gäste beim 'Blauen Ball' im Atlantik Hotel. Zu meinem großen Erstaunen durfte in allen Räumen geraucht werden! Auf meine Anfrage wurde auch mir (Nichtraucher) ein Aschenbecher angeboten. Zigaretten, Zigarren und Pfeife, alles war vertreten. Das ist makaber, wenn man bedenkt, daß der Ball zugunsten krebskranker Kinder veranstaltet wurde. Kaum zu glauben - aber wahr. Die Kleinen hängt man auf, die Großen läßt man laufen, oder habe ich vielleicht etwas mißverstanden?
Heinz Molsner, Hamburg, Per Mail

Auf lange Sicht denken Ich gehe gerne aus, und das als Nichtraucher. Mich hat es immer gestört, daß ich stinkend nachhause kam. Mein schönstes Erlebnis hatte ich in New York. In einem rappelvollen Club, der Rauchfrei war. Das war das erste mal, daß ich noch wohlriechend nachhause gehen konnte. Und ein Wort an all unsere lieben Wirte: Die Umsatzeinbußen werden auch wieder zurückgehen. Denkt bitte mal auf lange Sicht... Glaubt Ihr wirklich, daß die Herrschaften, die jetzt aus Protest den laden früher verlassen, oder gar nicht erst mehr kommen, wirklich auf ewig zuhause bleiben werden? Ich glaube nein. Wenn sich erstmal jeder daran gewöhnt hat werden auch die Umsätze wieder stimmen. In den USA hat es wohl jeder angenommen und die Restaurants waren nicht leer. Und liebe Raucher: Ihr könnt rauchen soviel Ihr wollt, nur nicht wenn andere belästigt werden. Das ist purer Egoismus von Euch, und uns Nichrauchern Engstirnigkeit vorzuwerfen ist noch schlimmer, denn über meine Gesundheit möchte ich gerne selber bestimmen. So wie Ihr wohl auch. Wenn ich sehe, wie Eltern mit der einen Hand Ihren Kinderwagen schieben und mit der anderen die Zigarette halten, möchte ich ganz oft einfach nur die Zigarette aus der Hand schlagen, denn das Kind kann sich nicht wehren. Schöne Welt, sag ich da nur…
Michael Wallfass, Hamburg, Per Mail

Gelegenheitsraucher Meiner Erfahrung nach wird das Rauchverbot sehr eingehalten, in Restaurants und Kneipen, was ja auch in Ordnung ist, aus bekannten Gründen. Da selbst Raucher, wenn auch nicht so heftig, bin ich durchaus auch froh, wenn das Rauchverbot mal nicht so streng gehandhabt wird, zu später Stunde. Wo, werde ich natürlich nicht sagen, aber ich befürchte, daß vielen Denunzianten diese Mailmöglichkeit zur Freude gereichen wird.
G.A.Artz, Hamburg, pewr Mail

Erfahrung aus Hamburg und Berlin In Berlin waren wir in einem Nichtraucher-Speiselokal. Trotz Rauchverbot warteten bereits Gäste auf unsere Plätze. So voll war es. In Hamburg saßen wir in einem Nichtraucherraum eines Restaurants. Zum Raucherraum (80 Plätze) standen die Türen offen. Am nächsten Morgen stank die Kleidung noch stark nach Nikotin.
Wolfgang Heinz, Hamburg, per Mail

Früher Feierabend Wir betreiben seit 1927 die LEHMITZ WEINSTUBEN in Hamburg Eimsbüttel. Für uns ist deutlich zu merken, dass sich das Ausgehverhalten verändert hat. Seit dem 01.01.08 haben wir früher Feierabend, da viele Raucher nach dem Essen schnell nach Hause gehen. Die Nichtraucher kommen viel lieber in unsere Weinstube, gehen aber auch schnell wieder nach Hause, weil ja alle anderen auch aufstehen und nach Hause gehen. Der Essenanteil in unserem Umsatz hat sich deutlich erhöht, weil ja die Gäste früher nach Hause gehen und nicht mehr gemütlich noch Kaffee, Digestiv oder noch eine schöne Flasche Wein trinken. So schicken wir natürlich auch unser Personal nach Hause, damit sie viel früher gemütlich bei einer Zigarette ihren Feierabend viel früher genießen können. Einige haben sogar ganz frei, da ja viele Gäste früh nach Hause gehen. Und unseren lieben Lieferanten erspart die weniger gewordene Liefermenge natürlich auch viel Arbeit und sie können auch Personal einsparen. Alles in Allem ist eine wunderbare Arbeitserleichterung und in vielen Fällen sogar eine gänzliche Arbeitsbefreiung in der Branche zu beobachten. Wir finden das Gesetz prima...
Bernd Lehmitz, Lehmitz Weinstuben, Eimsbüttel, per Mail

Mehr Toleranz Ich finde das Nichtrauchergesetz prima! Endlich ist es möglich, mit unserem Sohn (12 Monate alt) Restaurants, Cafe's, Eisdielen zu besuchen, ohne, dass wir vollgequalmt werden. Ich habe früher selbst einmal geraucht und war so engstirnig und kurzsichtig wie viele Raucher heute "die sollen doch fort gehen, wenn es sie stört", dachte ich, wenn jemand über meine Zigarette die Nase rümpfte. Das hat sich zum Glück absolut geändert, denn nun merke ich, wie hartnäckig und widerlich der Rauch ist. Da braucht nur jemand rauchend an uns vorbeizugehen, der Qualm bleibt noch eine ganze Weile. Ich hoffe, dass das Gesetz nicht gekippt wird und verlange für meinen Sohn und mich Toleranz. Passiv-Rauchen ist unglaublich schädlich! Denkt an Eure Mitmenschen. Barbara Rode, Hamburg, per Mail

Einseitige Meinungen Warum nur die immer einseitigen Meinungen, sowohl pro als auch contra? Ganz klar, in Restaurants Rauchverbot. In Spanien ist so geregelt, daß jeder Wirt selbst entscheiden kann, ob in seiner Kneipe geraucht werden darf oder nicht. Er muß dies mit einem entsprechenden Schild außen kenntlich machen. Die Spanier leben hervorragend damit.

Warum ist sowas in Deutschland nicht möglich? Ich kann dann selbst bestimmen, ob ich diese Kneipe besuchen will oder lieber einen Spaziergang durch die Osterstraße mache. Ist die Frage, was schädlicher für mich ist. Übrigens, ich bin Nichtraucher...
Rolf Ahrens, Hamburg, Per Mail

Mentalitätssache Hallo, die Leserbriefe zum Thema Rauchen zeitigen einen wunderbar erkennbaren Nebeneffekt! Ein Leser führt die spanische Lösung des Problems an und verurteilt indirekt die deutsche, ultrakonsequente Haltung, der andere nimmt genau das Gegenteil wahr, nämlich die von ihm beobachtete Inkonsequenz der Wirte und der Gäste! Es scheint in Deutschland wohl nicht die Chance zu bestehen, derartige Probleme einvernehmlich zu lösen! Ein wenig französisch/spanisches Blut in unseren Adern würde uns allen gut tun!
Peter K. Quincke, 20099 Hamburg

Militante Nichtraucher-Polizei Es ist offensichtlich, daß ein Grossteil der Beschwerden von militanten Nichtrauchern eingereicht werden, welche in einigen Bezirken regelrecht "Streife gehen" und sich die Nase an den Kneipen- Fensterscheiben auf der Suche nach Tabaksündern "plattdrücken", aber niemals selbst diese Kneipen besucht haben oder jemals betreten würden! Hier feiert wieder einmal eine typisch deutsche Charaktereigenschaft Aufersteheung, welche in den totalitären Systemen des vergangenen Jahrhunderts zum Alltag gehörte und sich am treffendsten mit einem ebenso alten deutschen Sprichwort charakterisieren lässt: " Der grösste Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant!"
Frank Eckold, Hamburg, Per Mail

Ungeniert Am letzten Domtag, Sonntag 13.04.08, waren wir im Cafe Heitmann auf dem Hamburger Dom und mussten uns wundern, wie viele Besucher (übrigens fast ausschliesslich weibl.) ungeniert pafften (incl. Zigarillos). Der Wirt unterstützte "indirekt", indem in der Mitte des Lokals ein großer Stapel Aschenbecher zum Rauchen "animierte". Vielleicht liegt es auch daran, dass einige der Angestellten selber starke Raucher sind? Mir taten die Besucher, darunter auch kleine Kinder (teilweise in Kinderwagen) leid, wie das Rauchergesetz hier umgesetzt wird, nämlich gar nicht!
Gerd Manske, Hamburg, Per Mail

Nicht das Gesetz ist das Problem Mit dem Passivrauchschutzgesetz macht meine Familie, Freunde, Bekannte & ich selbst, unterschiedliche Erkenntnisse. In vielen Restaurants & auch mittlerweile in vielen kneipen(nach div. beschwerden, z.B. das Schachcafe) klappt es mittlerweile. Aber nicht das eigentliche gesetzt ist das Problem(so viele Raucher/Befürworter), sondern es sind die ganzen Ausnahmen, die den Wettbewerb verzerren(für die ehrlichen Gastronomen!)-schade, dass wir Deutschen, wieder so inkonsequent sein müssen. Dann entstehen solche Unregelmäßigkeiten. Das muss nicht sein. Natürlich setzt unsere nette Tabaklobby, ihren Beitrag dazu. Es geht ja um viel Geld & der Finanzminister kassiert auch noch über 13 Milliarden.aber über 21 Milliarden stehen dagegen, für erwiesenermaßene ausgaben unseres Gesundheitssystems, der folgen des Rauchens, auch passiv!
Familie Giesen, Hamburg, Per Mail

Endlich Nach Inkrafttreten dieses Gesetzes kann ich jetzt freudig in jedes Restaurant, jede Kneipe, jedes Cafe gehen, ohne diese verqualmte Luft einatmen zu müssen. Meine Kleidung stinkt nach den Besuchen nicht mehr und ich kann den Aufenthalt von A - Z genießen. Dass das Verbot die Gesundheit schützt, ist ohnehin ein riesiges Plus.

Es ist gut, dass sich die Nichtraucher heute unbelästigt von giftigem Qualm aufhalten können. Die Raucher befinden sich deshalb nicht im Abseits, denn sie können sich Einrichtungen aussuchen, die Raucherräume zur Verfügun stellen. Diese Wahl hatte der Nichtraucher früher keineswegs - auch wenn es sogenannte Nichtraucherzonen gab. Die waren nie wirklich rauchfrei. Hoffentlich wird das Gesetzt nicht gekippt.
Karin Hoge, Hamburg, Per Mail


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