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Arthur C. Clarke gestorben

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Der britische Science-Fiction-Autor erlangte mit seinem Drehbuch für "2001: Odyssee im Weltraum" Weltruhm. Er wurde 90 Jahre alt.

Colombo. Der britische Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke, weltberühmt für "2001: Odyssee im Weltraum", hat seine eigene Odyssee auf der Erde beendet. Der 90-jährige Wanderer zwischen Naturwissenschaften und düsteren Zukunftsvisionen starb nach Atembeschwerden heute in Colombo, der Hauptstadt seiner Wahlheimat Sri Lanka, wie sein Freund Rohan De Silva mitteilte. Clarke hatte jahrelang an den Folgen einer Polio-Erkrankung gelitten.

Sein berühmtestes Werk entstand 1968 zeitgleich als Roman und als Drehbuch, das von Stanley Kubrick verfilmt wurde. Clarke selbst überwachte die technische Umsetzung von "2001: Odyssee im Weltraum". Der Film zog Millionen Zuschauer an und hat bis heute Kultstatus. Insgesamt verfasste Clarke mehr als 100 Bücher über die Wissenschaft, den Weltraum und die Zukunft. Daneben hat er Reisebeschreibungen und Sachbücher veröffentlicht.

Clarke hinterlässt noch einen neuen Roman, den er zusammen mit Frederik Pohl verfasst hat. Erst kürzlich habe der Autor das fertige Manuskript dieses Buches mit dem Titel "The Last Theorem" durchgesehen, teilte Clarkes Büro mit. Der Roman soll im Laufe dieses Jahres erscheinen.

Clarke war von frühester Jugend an von Science Fiction fasziniert. Geboren am 16. Dezember 1917 in der westenglischen Ortschaft Minehead, geriet er in den Bann der Heftserie "Amazing Stories". Dann entdeckte er H.G. Wells und Olaf Stapledon und begann bereits als Jugendlicher, für ein Schulmagazin zu schreiben.

Als Angestellter bei der staatlichen Rechnungsprüfungskammer in London trat er der Britischen Interplanetarischen Gesellschaft bei und schrieb seine ersten Kurzgeschichten. Daneben studierte er Physik und Mathematik in London. Bei der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg war er beeindruckt von einem neuartigen Radar-Landesystem. In einem Memo für die Royal Airforce schrieb er 1945 über die Zukunft der Kommunikation mit Hilfe von Satelliten, deren Zeit damals noch nicht gekommen war.

Anfang der 50er Jahre nahm Clarke in seinem Roman "Aufbruch zu den Sternen" den ersten bemannten Mondflug vorweg. Auch seine anderen Bücher, die für ihre wissenschaftliche Genauigkeit gelobt wurden, entwickelten sich zu Bestsellern. Zu Weltruhm gelangte er aber erst mit "2001: Odyssee im Weltraum".

In seinen letzten Lebensjahren widmete sich Clarke in seinem Büchern dem Schicksal der Menschen im Zeitalter der Raumfahrt. Allerdings war er wenig optimistisch und erklärte, die Welt dürfte in wenigen Jahrzehnten unbewohnbar sein. In seinem Roman "3001: Die letzte Odyssee" aus dem Jahr 1998 hat menschliche Intelligenz nur im Weltraum überlebt, während auf der durch Klimakatastrophen zerstörten Welt nur noch einige primitive Lebewesen zu finden sind.

Neben seiner literarischen Tätigkeit arbeitete Clarke für ein nach ihm benanntes Zentrum für Moderne Technologie in der Nähe von Colombo, wo er seit den 60er Jahren lebte. Zu seinem 90. Geburtstag äußerte er drei Wünsche: ein Ende des Bürgerkrieg in Sri Lanka, die Verwendung von sauberer Energie und die Entdeckung außerirdisches Lebens.

In einem Interview sagte Clarke einmal, er habe es nie bedauert, dass er nicht selbst in den Weltraum gereist sei. Schließlich habe er veranlasst, dass eine DNA-Probe von seinem Haar ins All geschickt worden sei. "Eines Tages könnte irgendeine Super-Zivilisation dieses Relikt einer verschwundenen Spezies entdecke, und ich könnte dann in einer weiteren Zeit leben."

( ap )