Kenia: Wasserwerfer und Tränengas gegen Demonstranten

Beobachter befürchten Blutbad

Angesichts einer drohenden Eskalation der Gewalt in Kenia sind umfangreiche Vermittlungsbemühungen angelaufen. Unterdessen versuchen Sicherheitskräfte mit Tränengas und Wasserwerfern in Kenias Hauptstadt Nairobi, eine verbotene Massenkundgebung der Opposition zu verhindern.

Nairobi. Zum Auftakt seiner Gespräche in Nairobi traf der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu am Donnerstag mit Oppositionsführer Raila Odinga zusammen. Odinga zeigte sich in einem Telefonat mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier für Vermittlungsbemühungen offen, und sagte zu, seine Anhänger weiter zu Besonnenheit und Friedfertigkeit aufzurufen.

Derweil versuchten Sicherheitskräfte mit Tränengas und Wasserwerfern, eine verbotene Massenkundgebung der Opposition in Nairobi zu verhindern. Demonstranten mit weißen Schals waren am Morgen aus den Slums ins Stadtzentrum aufgebrochen, um dem Aufruf von Oppositionsführer Raila Odinga zu folgen. Die Polizei baute Straßensperren auf. Bereits mehr als einen Kilometer vor der Innenstadt seien die Demonstranten gestoppt worden, berichtete ein Reporter des britischen Rundfunksenders BBC.

Die Protestkundgebung soll im Uhuru Park im Zentrum Nairobis stattfinden. Bereits am frühen Morgen hatten mit Schlagstöcken bewaffnete und mit Helmen und Schilden bewehrte Polizisten und paramilitärische Truppen den Versammlungsort abgeriegelt. Beobachter fürchten, dass die Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in einem Blutbad enden könnten.

Odinga sieht sich um seinen Sieg bei der Präsidentenwahl betrogen, nachdem die Wahlkommission Ende vergangener Woche Amtsinhaber Mwai Kibaki zum Sieger erklärt hatte. Dies löste schwere Ausschreitungen aus, bei denen mehr als 300 Menschen getötet wurden.

( dpa )