Bayreuther Festspiele: Todesursache noch unklar

Gudrun Wagner ist tot

Die Ehefrau des Bayreuther Festspielleiters starb heute Morgen im Alter von 63 Jahren.

Bayreuth. Gudrun Wagner, die Ehefrau des Bayreuther Festspielleiters Wolfgang Wagner, ist heute im Alter von 63 Jahren überraschend gestorben. Dies teilte Wolfgang Wagner mit. Gudrun Wagner galt seit Jahren als heimliche Chefin der weltweit bekannten Richard-Wagner-Festspiele.

Nach Angaben einer Festspielsprecherin hatte sich Gudrun Wagner vor wenigen Tagen für eine Operation ins Bayreuther Klinikum begeben. Sie habe diese Operation gut überstanden, es sei ihr danach gut gegangen. Am frühen Morgen sei sie in dem Krankenhaus gestorben. "Wir sind alle schockiert", sagte die Sprecherin.

"Tiefbewegt und in stiller Trauer muss ich bekanntgeben, dass heute morgen meine liebe Frau und engste Mitarbeiterin Gudrun Wagner völlig unerwartet verstorben ist", hieß es in der von Wolfgang Wagner unterzeichneten kurzen Mitteilung. Der Festspielchef hatte Gudrun Wagner nach der Scheidung von seiner ersten Frau Ellen Drexel 1976 geheiratet.

1978 wurde die Tochter Katharina geboren, die sich derzeit um die Nachfolge des 88-jährigen Festspielchefs bemüht. Gudrun Wagner hielt sich in der Leitung der Festspiele offiziell im Hintergrund. "Im Zweifelsfall entscheidet er", betonte sie stets. Dennoch galt sie vielen als diejenige, die am "Grünen Hügel" die Fäden in der Hand hielt.

Im Jahr 2000 wollte Wagner sie offiziell zu seiner Nachfolgerin machen. Gudrun Wagner bewarb sich um die Festspielleitung, stieß aber im Stiftungsrat der Richard-Wagner-Festspiele auf Ablehnung. Das Gremium wählte im Jahr 2001 Eva Wagner-Pasquier, Wagners Tochter aus erster Ehe. Daraufhin weigerte sich der mit einem Vertrag auf Lebenszeit ausgestattete Festspielchef, von seinem Posten zurückzutreten.

Gudrun Wagner stammt aus Ostpreußen. Die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin war in den 1960er Jahren über eine Stellenanzeige zu den Bayreuther Festspielen gekommen und hatte zunächst im Pressebüro gearbeitet. 2004 wurde sie für herausragende Leistungen im Kulturmanagement von der lettischen Kulturakademie mit dem "Rienzi-Preis" ausgezeichnet.