Landgericht Hamburg: Revision zurückgenommen

"Crash-Kid" muss ins Gefängnis

Bereits im Alter von zwölf Jahren fuhr der als „Crash-Kid“ Dennis bekannt gewordene Raudi geklaute Autos zu Schrott. Den 28-Jährigen erwarten fünfeinhalb Jahre Haft.

Hamburg. Der als "Crash-Kid" bekannt gewordene inzwischen 28 Jahre alte Dennis aus Hamburg muss für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Der Verurteilte und die Staatsanwaltschaft haben ihre Revisionsanträge gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg zurückgenommen, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Der 28-Jährige war wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in Tateinheit mit Nötigung, fahrlässiger Körperverletzung, Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie Diebstahls verurteilt worden.

Er hatte sich im Januar dieses Jahres in einem gestohlenen und mit Diebesgut beladenen VW-Bus eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert, wobei eine Polizistin verletzt wurde, und zahlreiche Autos demoliert. Insgesamt hatten 18 Streifenwagen den Autoknacker gejagt.

Dennis wurde in den frühen 90er Jahren weit über Hamburg hinaus bekannt, weil er bereits im Alter von zwölf Jahren Autos klaute und zu Schrott fuhr. Da er nicht strafmündig war, konnte die Justiz ihm zunächst nichts anhaben. 1992 wurde er zwei Jahre in ein finnisches Jugenddorf geschickt. Danach wurde er rückfällig. Ab 1996 nahm er an einem deutsch-polnischen Resozialisierungsprojekt bei Krakau teil. Dort beging er weitere Autodiebstähle und wurde schließlich in Polen zu einer vierjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Nach Verbüßung der Strafe kehrte er 2002 nach Deutschland zurück.

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