Staatsanwaltschaft bestätigt

Anklage wegen geplanten Anschlags auf Rellinger Stadtfest

Die zur Tatzeit 18 und 19 Jahre alten Männer sind seit Ende September wegen dringenden Tatverdachts und Fluchtgefahr in Untersuchungshaft.

Itzehoe. Wegen eines geplanten Sprengstoffanschlags auf ein Stadtfest in Rellingen (Kreis Pinneberg) hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei junge Männer erhoben. Die Behörde wirft ihnen unter anderem die Verabredung zu einem Verbrechen, das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung, Brandstiftung und versuchte schwere Brandstiftung vor, sagte am Dienstag der Sprecher der Staatsanwaltschaft Itzehoe, Ralph Döpper, und bestätigte einen Bericht von Radio NDR 1 Welle Nord. Das Motiv sehen die Ermittler in Unzufriedenheit und Frust.

Die zur Tatzeit 18 und 19 Jahre alten Männer sind seit Ende September wegen dringenden Tatverdachts und Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. Spezialeinsatzkräfte hatten die beiden wenige Tage vor dem Rellinger "Apfelfest" gefasst, zu dem die Männer die Tat vorbereitet hatten. Bei dem geplanten Attentat hätten die jungen Männer nach Ansicht der Staatsanwaltschaft auch Tote in Kauf genommen. Bislang haben die mutmaßlichen Täter das geplante Verbrechen nicht zugegeben. Die Polizisten waren mit Hilfe von Zeugenhinweisen auf das Duo gestoßen. Die Ermittler stellten bei den Beschuldigten unter anderem Sprengstoff-Substanzen sicher. Extremistische oder politische Hintergründe schlossen sie aus.

Die mutmaßlichen Täter sollen schon vor den Anschlagsplänen unter den 13 700 Einwohnern Rellingens Unruhe verbreitet haben. Unter anderem legte die Staatsanwaltschaft dem Duo einen Anschlag mit Buttersäure und zerstochenen Autoreifen an 148 Fahrzeugen vor.