Debakel in der Union:

CDU-Mitglieder marschierten auf NPD-Demo

An der NPD-Demonstration am 1. Mai in Neubrandenburg hat neben dem Schweriner Christdemokraten Jens-Holger Schneider noch ein weiteres CDU-Mitglied teilgenommen.

Schwerin. Der frühere Vorsitzende der Jungen Union im Kreis Nordwestmecklenburg, Jan Paulenz, sei auf einem Foto erkannt worden, teilte die CDU-Landtagsfraktion am Donnerstag mit. Der CDU-Kreisvorstand Nordwestmecklenburg habe Paulenz aufgefordert, bis Donnerstagmittag 12 Uhr seinen Parteiaustritt zu erklären. Andernfalls werde ein Ausschlussverfahren eingeleitet.

Erst am Mittwoch war bekannt geworden, dass der Schweriner Christdemokrat Jens-Holger Schneider an der rechtsextremistischen Kundgebung teilgenommen hatte. Mit seinem Austritt war Schneider einem Ausschlussverfahren zuvorgekommen. Der Sprecher der CDU- Landtagsfraktion, Wolfram Axthelm, sprach von "zwei Einzelfällen verwirrter Menschen" unter insgesamt 7000 Parteimitgliedern im Land. "Man darf nicht den Stab über alle Mitglieder brechen", sagte Axthelm. Die Parteiführung habe ihre Position bereits deutlich gemacht.

Der Generalsekretär der Nordost-CDU, Innenminister Lorenz Caffier, hatte am Mittwoch erklärt: "Wer an Demonstrationen des politischen Gegners beziehungsweise der Feinde der Demokratie aktiv teilnimmt, hat in der CDU nichts zu suchen." Die CDU wolle die "wehrhafte Demokratie" und setze sie auch durch.