Elbe: Schiff fuhr zu schnell

Verletzte durch große Flutwelle

Gegen den Kapitän des 214 Meter langen italienischen Schiffes und gegen einen Lotsen wurden Strafverfahren wegen Gefährdung des Schiffverkehrs eingeleitet.

Hamburg. Ein zu schnell fahrendes Schiff hat auf der Elbe in Hamburg starke Wellen ausgelöst und dadurch vier Badegäste am Elbstrand verletzt. Die 214 Meter lange "Grande Nigeria" passierte den Strand mit einer Geschwindigkeit von 15 Knoten, teilte die Polizei mit. Normal sind 12 Knoten. Durch den Sog lief das Wasser zunächst schnell ab. Die Badegäste wurden von der zurücklaufenden Welle erfasst und gegen eine Uferbefestigung geschleudert. Sie erlitten schwere Schürfverletzungen. Gegen den Kapitän des italienischen Schiffes und gegen einen Lotsen wurden Strafverfahren wegen Gefährdung des Schiffverkehrs eingeleitet.

Der Unfall ereignete sich am Elbstrand in Höhe des Fähranlegers Wittenbergen. Viele Strandgänger flüchteten auf höher gelegene Bereiche, als sie erkannten, dass die Welle mit aller Macht auf sie zukam. Die Wasserschutzpolizei sicherte die Radarbilder, um weitere Erkenntnisse über die Ursache für die ungewöhnliche Wellenbildung zu erhalten.

In der Vergangenheit kam es durch große Containerschiffe auf der Elbe wiederholt zu ähnlichen Unfällen. Am 8. August 2003 wurden sechs Kinder verletzt, die in der Außenelbe bei Cuxhaven badeten, als eine 1,50 Meter hohe Welle sie überraschte, bis zu hundert Meter wegtrieb und unter Wasser drückte. Die Welle war durch das 279 Meter lange koreanische Containerschiff "Hanjin Berlin" ausgelöst worden.

( abendblatt.de )