Umwelt: Wasserstofftankstelle eingeweiht

Hamburger Flughafen setzt auf Klimaschutz

Der Hamburger Flughafen hat eine Wasserstofftankstelle in Betrieb genommen. Mit der neuen Anlage können zwei brennstoffzellenbetriebene Schlepper und ein Kleintransporter betankt werden.

Hamburg. Zukunftsträchtige Energien sind auf dem Vormarsch: Der Hamburger Flughafen hat am Donnerstag eine Wasserstofftankstelle in Betrieb genommen. Mit der transportablen Einheit werden zwei brennstoffzellenbetriebene Schlepper und ein Kleintransporter betankt, die künftig täglich auf dem Flugfeld eingesetzt werden sollen, wie der Hamburg Airport mitteilte. Dies sei Teil eines Forschungsprojektes und zunächst auf zwei Jahre angelegt.

Alle Tankstellenkomponenten sind in einem nur drei Meter langen Container eingebaut. Der Wasserstoff wird in Gasflaschen angeliefert, die Betankung der Fahrzeuge dauert maximal sieben Minuten. Flughafeneinsätze sind nach Angaben der Firma Linde, die die Tankstelle entwickelt und gebaut hat, als Pilotprojekte besonders gut geeignet. Grund sei der klar umrissene Aktionsradius der Fahrzeuge und deren zentrale Betankung.

Die Wasserstofftankstelle am Flughafen ist die zweite in der Hansestadt. Die erste wird vom örtlichen Nahverkehrsbetreiber Hochbahn zur Betankung von speziellen Bussen genutzt. "Hamburg ist in Sachen Wasserstoff-Technologie Vorreiter", sagte Umweltsenator Axel Gedaschko. Regenerativ erzeugter Wasserstoff habe das Zeug zu einer wesentlichen C02-Vermeidungsstrategie im Kampf gegen den Klimawandel.

Die Kosten für die Tankstelle, die beiden Schlepper und den Wasserstoff für zwei Jahre betragen laut Flughafen rund 1,2 Millionen Euro. Davon trägt die Stadt gut ein Drittel. Deutschland ist beim Energieträger Wasserstoff auf dem Weg an die Weltspitze. Nach Angaben des Wasserstoff- und Brennstoffzellenverbandes gab es Anfang des Jahres in Deutschland 20 Wasserstoff-Tankstellen, von denen die meisten allerdings nicht öffentlich sind. In Europa seien es 43 Tankstellen und weltweit 139. Normale Kunden müssten demnach jedoch wohl noch bis 2020 warten, bevor sie ein Wasserstoff-Auto kaufen könnten.