Junge Polinnen zur Prostitution gezwungen

Beamte des Landeskriminalamtes haben haben am Freitag zwei Haftbefehle sowie sieben Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Den Beschuldigten werden gewerbsmäßiger Menschenhandel, Zuhälterei und versuchte räuberische Erpressung zur Last gelegt.

Seit Anfang März diesen Jahres ermittelte das LKA gegen vier Männer. Einer von ihnen soll eine 18-jährige Polin überredet haben, nach Hamburg zu kommen, um einer seriösen Arbeit nachzugehen. Nachdem die Frau darauf eingegangen war, wurde sie in Hamburg von einem 26-jährigen Polen und einem 25-jährigen Iraner "übernommen" und über die tatsächlich geplante Tätigkeit als Prostituierte informiert. Beide redeten auf die 18-jährige Polin ein und überredeten sie schließlich, für sie in Hamburg-Eilbek als Prostituierte zu arbeiten.

Zu dieser Zeit arbeiteten bereits zwei weitere junge Prostituierte für die Beschuldigten, die von ihnen offensichtlich auch zur Prostitution gebracht wurden. Die Prostituierten wurden von den Zuhältern kontrolliert und überwacht. Sie mussten den größten Teil ihres Verdienstes an die Zuhälter und an die Verantwortliche (51) der Modellwohnung abgeben. Die 18-jährige Polin flüchtete daraufhin zu einem Freund (49). Die beiden Zuhälter bedrohten nun den 49-Jährigen und forderten 20.000 Euro, die sich auf 50.000 Euro erhöhen würden, wenn er Probleme mache.

Die Kriminalbeamten erwirkten über die Staatsanwaltschaft Hamburg Haftbefehle gegen die Beschuldigten und Durchsuchungsbeschlüsse für deren Wohnungen und Arbeitsplätze. Der 26-jährige Pole wurde an seiner Arbeitsstelle in Lohbrügge verhaftet. Das Mobile Einsatzkommando verhaftete den 25-jährigen Iraner vor seiner Berufsschule in Hohenfelde. Bei den Durchsuchungen wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Die Beschuldigten kamen in U-Haft. Die Ermittlungen und die Auswertung der Beweismittel dauern an.