Ehrung: Bronzeplastik für Johannes Paul II.

Papst-Denkmal in Hamburg eingeweiht

Rot-weiße Blumenkränze, Menschen in polnischen Trachten und gelb-weiße Fähnchen des Vatikans: In Hamburg ist am Montag das erste öffentliche Denkmal für Papst Johannes Paul II. (1920-2005) eingeweiht worden.

Hamburg. "Das Denkmal für Papst Johannes Paul ist ein Zeichen des Dankes. Kirche und Welt verdanken ihm viel", sagte Hamburgs Erzbischof Werner Thissen zur Eröffnung des Gottesdienstes in der Domkirche St. Marien. Das Werk des Bildhauers Jozek Nowak wurde anschließend vor der St. Ansgar-Kapelle enthüllt. Die etwa 2 Meter hohe und 400 Kilo schwere Bronzeplastik soll auch ein Symbol der deutsch-polnischen Verständigung sein. Das Projekt wurde aus Spenden finanziert und entstand auf Anregung der 20 000 Mitglieder starken polnischen Gemeinde in der Hansestadt.

"Das Denkmal ist auch ein Zeichen der Erinnerung. Der Erinnerung an einen Menschen, der mit seinem ganzen Leben für Frieden und Freiheit der Völker eintrat", sagte Thissen. Der Papst sei nicht nur ein Wegbereiter des neuen Europas, sondern auch ein Förderer der Versöhnung von Deutschen und Polen gewesen. Der Bischof erinnerte in seiner Predigt an den Besuch des Papstes 1996 in Deutschland, bei dem das Kirchenoberhaupt gemeinsam mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) durch das Brandenburger Tor geschritten war. Auch der polnische Botschafter in Deutschland, Marek Prawda, erinnerte an die Rolle des Papstes während des Kalten Krieges: "Die Kirche war in Polen Zuflucht für alle, die sich dem diktatorischen Regime nicht beugen wollten."

An dem Gottesdienst, bei dem die Lieder abwechselnd auf polnisch und deutsch gesungen wurden, nahmen mehrere Hundert Mitglieder der polnischen Gemeinde in Hamburg teil. "Wir finden es einzigartig, dass in Hamburg, wo die meisten Menschen evangelisch sind, eine Statue für den Papst aufgestellt wird", sagte Heinrich Lind, der zusammen mit seiner Frau Barbara und der kleinen Tochter Julia in den Mariendom gekommen ist. Die 78 Jahre alte Irene Luborczki aus Danzig kann bei der anschließenden Segnung des Denkmals die Tränen der Rührung kaum zurückhalten. "Der Papst war etwas ganz Besonderes - nicht nur für uns Polen."