Tsunami im Südpazifik: Mindestens zwölf Tote und zahlreiche Vermisste

Monster-Wellen verwüsten Teile der Salomonen

Nach einem massiven Erdbeben der Stärke 8,0 haben zehn Meter hohen Wellen mehrere Inseln des Archipels bis zu 500 Meter weit überflutet.

Honiara. Mindestens zwölf Menschen seien ums Leben gekommen und mehrere würden vermisst, berichtete das Büro des Premierministers in der Hauptstadt Honiara auf seiner Webseite. Im Westen der Inselgruppe, wo viele der bitterarmen Einwohner in Strohhütten leben, seien die Wellen bis zu 500 Meter ins Landesinnere vorgedrungen. Die Salomonen sind ein Inselstaat, der sich im Südwesten des Pazifiks, östlich von Neuguinea, befindet.

Auf ersten Bildern aus der Luft waren beim Sender ChannelNewsAsia dicht besiedelte Küstengebiete mit zahlreichen zerstörten Gebäuden zu sehen. Nach Angaben von Charles Stennett, einem Reporter des salomonischen Rundfunks, sind die Schäden in der Provinzhauptstadt Gizo erheblich. Mehr als fünf Meter hohe Wellen hätten die Stadt überschwemmt. Das Krankenhaus habe evakuiert werden müssen. Eine katholische Kirche sei durch den Erdstoß bis in das Fundament in zwei Teile gespalten worden. Niedrig gelegene Stadtteile stehen nach Angaben der Polizei vollständig unter Wasser.

Der Flughafen von Gizo wurde überschwemmt und geschlossen. "Viele Menschen sitzen einfach auf der Straße und warten ab", sagte Kerrie Kennedy, die in Gizo ein Tauchzentrum betreibt, der australischen Nachrichtenagentur AAP. Auch die Ortschaften Noro und Munda in der Nähe seien getroffen, berichtete das Büro des Premierministers. Die Hafenanlagen von Noro seien schwer beschädigt.

Das Epizentrum lag nach Angaben der amerikanischen Geologiebehörde USGS rund 40 Kilometer südöstlich von Gizo in einer Tiefe von nur zehn Kilometern. In Honiara rund 300 Kilometer südöstlich davon war der Erdstoß auch zu spüren, richtete aber keine Schäden an.

Das Tsunami-Warnzentrum auf Hawaii gab eine Warnung für weite Teile des Südpazifik heraus. Australien ließ vorsorglich alle Strände an der Ostküste sperren. Stunden später wurde jedoch Entwarnung gegeben. Die Umgebung von Gizo ist vor allem bei australischen Touristen beliebt, die zum Tauchen kommen. Nach Angaben des deutschen Konsuls leben auf den Salomonen nur eine Hand voll Deutsche.