Polizei sucht per Speichelproben nach Mutter

Hamburg. Die Hamburger Polizei hat ihre Suche nach der Mutter des bei einem Sturz aus einem Hochhaus getöteten Säuglings verstärkt. "Wir setzen die Befragung der Anwohner fort und sammeln dabei freiwillig abgegebene Speichelproben", sagte ein Polizeisprecher am Montag. Diese sollen kommende Woche mit einem DNA-Muster der Mutter verglichen werden, das aus Gewebeproben des Babys abgeleitet werde. Die Beamten hätten zudem den Inhalt sämtlicher Müllcontainer der Hochhaussiedlung sichergestellt, um diesen auf Spuren einer Entbindung zu untersuchen.

Die Polizei geht davon aus, dass die Mutter ihr Neugeborenes aus dem Hochhaus warf, auch wenn eindeutige Hinweise dafür bislang nicht vorliegen. "Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Mutter in einer Drucksituation irrational gehandelt hat", sagte ein Polizeisprecher. Weiterhin werde angenommen, dass sich die Tat in "direkter Nähe" des Fundortes ereignet habe.

Am Samstag hatte ein Spaziergänger die Leiche des Neugeborenen vor einem Hochhaus in Hamburg-Osdorf entdeckt. Die Obduktion ergab laut Polizei, dass der Säugling nach der Geburt lebte und erst an Sturzverletzungen starb. Am Wochenende hatte die Polizei über hundert Wohnungen durchsucht, konnte dabei aber weder Anzeichen einer Entbindung noch andere Spuren finden.