Eon bietet als erstes Unternehmen bundesweit Gas und Strom an

Der Eon-Konzern bietet ab sofort als erstes Unternehmen in Deutschland bundesweit Gas und Strom an. Die neue Eon-Tochter „E wie Einfach“ wolle ab sofort in ganz Deutschland die jeweiligen Preise der örtlichen Versorger unterbieten, erklärte die Geschäftsführerin Marie-Luise Wolff.

Bei Gas soll das jeweilige Angebot mindestens ein Jahr lang billiger sein, bei Strom zwei Jahre lang. "E wie einfach" richtet sich demnach an Haushaltskunden sowie an kleine und mittlere Unternehmen mit einem jährlichen Strom- und Gasverbrauch bis 100. 000 Kilowattstunden. Das Bundeskartellamt begrüßte einen bundesweiten Alternativanbieter als positiv für die Verbraucher. Eon nehme damit eine "absolute Vorreiterrolle" ein, erklärte Vertriebsvorstand Michael Fuhr. Bislang sind die meisten Gaskunden in Deutschland an ihren örtlichen Monopolisten gebunden. Nur in Berlin, Hamburg und wenigen anderen Regionen gibt es seit der Liberalisierung des Gasmarktes im vergangenen Oktober überhaupt Wettbewerb. Nach einer bundesweiten Übersicht des Bundeskartellamtes variieren die Preise für Erdgas je nach Region und Stadt mit bis zu 59 Prozent erheblich, ohne dass die Verbraucher bislang etwas dagegen unternehmen können.

Mit weiterhin hohen Preisunterschieden müssen sich die Verbraucher aber auch beim Angebot von "E wie Einfach" abfinden. Denn nach Angaben eines Sprechers gibt keinen Einheitspreis, sondern eine Preisgarantie in Form eines Preisdeckels: Es wird jeweils der Anbieter vor Ort knapp unterboten - beim Gas um zwei Cent pro Kubikmeter, beim Strom um einen Cent pro Kilowattstunde.

"Ob das zu mehr Wettbewerb führen wird, muss sich zeigen", sagte die Sprecherin des Bundeskartellamtes, Irene Sewczyk, am Donnerstag in Bonn. "Aber für den Verbraucher ist es natürlich positiv, wenn er zwischen mehreren Gasanbietern auswählen kann und nicht nur auf den regionalen Monopolisten angewiesen ist." Kartellamtschef Ulf Böge hatte bei der Veröffentlichung des Gaspreisvergleichs zu Jahresbeginn kritisiert, der Wettbewerb auf dem Gasmarkt komme trotz der Liberalisierung "nur schleppend" in Gang.

( afp )